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Verhaitenskodex gegen Korruption
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Dieser Verhaltenskodex soll die Beschäftigten auf Gefahrensituationen hinweisen. in denen sie ungewollt
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in Korruption verstrickt werden können. Weiterhin soll er die Beschäftigten zur pflichtgemäßen und
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gesetzestreuen Erfüllung ihrer Aufgaben anhalten und ihnen die Folgen von korruptem Verhalten vor
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Augen führen:
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o Korruption schadet allen, Korruption beschädigt das Ansehen des Staates und seiner
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Beschäftigten.
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o Korruption ist kein Kavaliersdelikt; sie führt direkt in die Strafbarkeit.
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c Korruption fängt schon bei kleinen Gefaliigkeiten an.
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c Korruption macht abhängig.
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o Korruption macht arbeitslos.
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Daher:
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l. Seien Sie Vorbild’ Zeigen Sie durch Ihr Verhalten, dass Sie Korruption weder dulden noch
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unterstützen.
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2. Wehren Sie Korruptionsversuche sofort ab und informieren Sie unverzüglich lhren Vorgesetzten
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und die Ansprechpartnerin/den Ansprechpartner für Korruptionsprävention.
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3. vermuten Sie. dass jemand Sie um eine pflichtwidrige Bevorzugung bitten will, so ziehen Sie
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einen Kollegen als Zeugen hinzu.
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4. Arbeiten Sie so, dass Ihre Arbeit jederzeit überprüft werden kann.
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5. Trennen Sie strikt Dienst- und Privatleben. Prüfen Sie, ob Ihre Privatinteressen zu einer Kollision
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mit Ihren Dienstpflichten führen.
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6. Unterstützen Sie Ihre Dienststelle bei der Entdeckung und Aufklarung von Korruption. informieren
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Sie ihren Vorgesetzten und die Ansprechpartnerin/den Ansprechpartner für
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Korruptionsprävention bei konkreten Anhaltspunkten für korruptes Verhalten.
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7. Unterstützen Sie Ihre Dienststelle beim Erkennen fehlerhafter Organisationsstrukturen, die
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Korruption begünstigen.
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8, Lassen Sie sich zum Thema Korruptionsprävention aus- und fortbilden
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Zu 1: Seien Sie Vorbild: Zeigen Sie durch Ihr Verhalten, dass Sie Korruption weder dulden noch
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unterstützen.
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Korruption in der öffentlichen Verwaltung Könnte besser verhindert werden. wenn Jeder einzelne sich zum
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Ziel setzt, Korruption zu bekämpfen. Dies entspricht auch den Pflichten, die Jeder Beschaftigte bei seiner
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Einstellung gegenüber den Dienstherrn beziehungsweise Arbeitgeber übernommen hat (vergleiche §§
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52, 58 BBG; § 13 Abs. 2 LEG; §§ 6, 8 BATIBAT—O, §§ 7, 8 Abs. s MTArbIMTArb-O}:
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Jeder Beschäftigte hat sich bei seiner Einstellung verpflichtet, das Grundgesetz für die Bundesrepublik
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Deutschland und die geltenden Gesetze zu wahren und seine Aufgaben gewissenhaft zu erfüllen. Jeder
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Beschäftigte hat sich so zu verhalten. wie es von Angehörigen des öffentlichen Dienstes erwartet wird,
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und sich darüber hinaus durch sein gesamtes Verhalten zur freiheitlich-dernokratischen Grundordnung im
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Sinne des Grundgesetzes zu bekennen. Alle Beschäftigten haben ihre Aufgaben daher unparteiisch Und
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gerecht zu erfüllen. Diese Verpflichtungen sind keine leeren Formeln, sondern müssen sich im
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beruflichen und privaten Alltag des Einzelnen widerspiegeln.
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Korruptes Verhalten widerspricht diesen Verpflichtungen und schädigt das Ansehen des Ofientlicnen
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Dienstes. Es zerstört das Vertrauen in die Unparteilichkeit und Objektivität der Staatsverwaltung und
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damit die Grundlagen für das Zusammenleben in einem staatlichen Gemeinwesen.
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Jeder Beschäftigte hat daher die Aufgabe, durch sein Verhalten Vorbild fur Kollegen, Mitarbeiter.
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Vorgesetzte und Bürger zu sein.
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§§ 20, 21 VwVfG). Vermeiden Sie jedoch bösen Schein möglicher Parteilichkeit, Sorgen Sie dafür, dass
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Sie niemandem einen Grund zur Besorgnis der Befangenheit geben, auch nicht durch atmosphärische“
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Einflussnahme von interessierter Seite.
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Erkennen Sie bei einer konkreten dienstlichen Aufgabe eine mögliche Kollision zwischen ihren
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dienstlichen Pflichten und Ihren privaten Interessen oder den Interessen Dritter, denen Sie sich
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verbunden fuhlen, so unterrichten Sie darüber Ihren Vorgesetzten, damit er angemessen reagieren kann,
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Sie zum Beispiel von Tätigkeiten im konkreten Einzelfall befreit.
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Auch bei von ihnen ausgeubten oder angestrebten Nebentätigkeiten muss eine klare Trennung zwischen
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der Arbeit und der Nebentätigkeit bleiben. Persönliche Verbindungen, die sich aus der Nebentätigkeit
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ergeben, dürfen die hauptberufliche Tätigkeit nicht beeinflussen. Im Zweifelsfall verzichten Sie lieber auf
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die Nebentätigkeit. Bedenken Sie außerdem, dass bei Ausübung genehmigungspflichtiger. aber nicht
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genehmigter Nebentätigkeiten dienst- beziehungsweise arbeitsrechtliche Konsequenzen drohen;
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dasselbe gilt bei Versäumnis von Anzeigepflichten.
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Unabhängig davon schadet es fruher oder später Ihrem Ansehen — und damit dem Ansehen des
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gesamten öffentlichen Dienstes -, wenn Sie im Konfliktfall Ihren privaten Interessen den Vorrang gegeben
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haben. Das gilt in besonderem Maße, wenn Sie an einflussreicher Stelle tang sind. Achten Sie in diesem
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Fall besonders darauf, nur jene Konditionen in Anspruch zu nehmen, die für vergteichbare Umstände
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abstrakt geregelt sind.
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Zu 6: Unterstützen Sie Ihre Dienststelle bei der Entdeckung und Aufklärung von Korruption.
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Informieren Sie ihren Vorgesetzten und die Ansprechpartnerinlden Ansprechpartner für
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Korruptionsprävention bei konkreten Anhaitspunkten für korruptes Verhalten.
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Korruption kann nur verhindert und bekämpft werden, wenn sich jeder für seine Dienststelle
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verantwortlich fühlt und alle als gemeinsames Ziel die "korruptionsfreie Dienststelle“ verfolgen. Das
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bedeutet zum einen, dass jeder im Rahmen seiner Aufgaben dafür sorgen muss. dass Außenstehende
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keine Möglichkeit zur unredlichen Einflussnahme auf Entscheidungen haben.
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Das bedeutet aber auch, dass korrupte Kollegen nicht aus falsch verstandener Solidarität oder Loyaiitat
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gedeckt werden müssen. Hier hat jeder die Verpflichtung, zur Aufklärung von strafbaren Handlungen
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beizutragen und die eigene Dienststelle vor Schaden zu bewahren. Ein "schwarzes Schaf“ verdirbt die
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ganze Herde. Beteiligen Sie sich deshalb nicht an Vertuschungsversuchen.
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Für jede Dienststeile gibt es eine Ansprechpartnerin/einen Ansprechpartner für Korruptionspravention.
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Sie sollten sich nicht scheuen. mit dieser/diesem zu sprechen, wenn das Verhalten von Kollegen ihnen
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konkrete und nachvollziehbare Anhaltspunkte dafür gibt, dass sie bestechiich sein konnten. Ihre
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Gesprachspartnerinllhr Gesprächspartner wird Ihren Wunsch auf Stillschweigen berücksichtigen und
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dann entscheiden, ob und welche Maßnahmen zu treffen sind Ganz wesentlich ist allerdings, dass Sie
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einen Verdacht nur dann äußern, wenn Sie nachvollziehbare Hinweise dafür haben. Es darf nicht dazu
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kommen, dass Kollegen angeschwarzt werden, ohne dass ein konkreter Anhaltspunkt vorliegt.
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Zu 7: Unterstützen Sie Ihre Dienststelle beim Erkennen fehlerhafter Organisationsstrukturen, die
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Korruptionsversuche begünstigen.
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Oftmals führen lang praktizierte Verfahrensabläufe dazu, dass sich Nischen bilden, in denen Korruption
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besonders gut gedeihen kann. Das können Verfahren sein, bei denen nur ein Mitarbeiter
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(Spezialistentuml) allein für die Vergabe von Vergünstigungen verantwortlich ist. Das können aber auch
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Arbeitsabläufe sein, die bewusst oder unbewusst im Unklaren gehalten werden, um eine Überprüfung zu
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erschweren oder zu verhindern (Einzelgängertumli.
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Hier kann meistens eine Änderung der Organisationsstrukturen Abhilfe schaffen. Im konkreten Fall kann
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dies aber nicht von den Organisationsreferaten geleistet werden, weil sie nicht über das erforderliche
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Detailwissen verfügen. Daher sind alle Beschäftigten aufgefordert, entsprechende Hinweise an die
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Organisatoren zu geben, um zu klaren und transparenten Arbeitsabläufen beizutragen.
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Auch innerhalb von Arbeitseinheiten müssen die Leiter Arbeitsabläufe so transparent gestalten, dass
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Korruption gar nicht erst entstehen kann.
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