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isa wantzen
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Schulungen
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Reden
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und
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Präsentieren
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Seeflurstr. 3
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97353 Wiesentheid
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lnhaltsverzeichnis
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Die persönliche Vorbereitung
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Wie Sie Ihren Körper beruhigen
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Wie Sie ihren Geist beruhigen...
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Wie Sie den Einstieg gut überstehen
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Das Publikum verstehen...
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Wie Sie jeden Zuhörer au! seinem Sinneskanal ansprechenm.
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Wie erkennen Sie die Präferenzen der Teiinehmefl...
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Gekonnt überzeugen.
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Energieaufwand beim Zuhcrer durch bildhafle Ausdrucksweise vermindernw.
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Biidhaft sprechen...
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Die Choreographie einer Rede.
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Raumanker...
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Einsatz von Gestik.....
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Würdigung von Vwderständen und Einwanden.
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Umgang mit Störungen und Angriffen
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Phasen eines erfolgreichen Vortrags.....
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1. Einleitung
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2. Hauptteil
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3. Abschluss.
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Präsenmionsgestaitung
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Präsentaiionsmittel.
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Folieneinsaiz und »gesta|tung.
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Das richtige Diagramm richtig verwenden
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Nonverbale Kommunikation
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Tages-Clearing .....
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Reden und P
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DIE PERSÖNLICHE VORBEREITUNG
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Gleich kommt der große Augenblick — nur noch wenige Minuten bis zu Ihrem Auf-
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tritt! Ihr Puls beginnt zu rasen, Ihre Hände werden feucht. Sie beginnen zu zittern
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und Ihre Knie fühlen sich an wie Gummi. Ihr Körper glüht förmlich vor Hitze und
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Ihre Kehle fühlt sich wie zugeschnürt an.
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Das sind typische Symptome: Sie haben Lampenfieber!
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Es gilt mittlerweile als PSyCHOIOQlSCh erwiesen, dass das Sprechen vor einem Pub-
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likum zu den Urangsten des Menschen gehört, Die Angst vor einem öffentlichen
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Auftritt befallt nicht nur den Anfänger, sondern auch den Profi, der schon hundert-
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mal auf der Bühne stand. Das ist gut so, denn das Lampenfieber sorgt dafür, dass
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Sie hellwach und konzentriert sind. Diese Aufregung fördert in einem gewissen
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A Maß Ihre Leistungsfähigkeit — erst wenn dieses Maß überschritten wird, haben
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Sie das Gefühl, die anstehende Aufgabe nicht bewältigen zu können,
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Um diese Angst in den Griff zu bekommen und die damit verbundene Energie posi-
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tiv zu nutzen, gibt es ein besonders wirksames Mittel: die gute Vorbereitung. Damit
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ist nicht nur die inhaltliche Vorbereitung gemeint, sondern auch — und vor allem —
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die eigene, persönliche Vorbereitung.
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Lassen Sie die unangenehmen Begleiterscheinungen der Aufregung außer Acht,
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wirkt sich das Lampenfieber folgendermaßen aus: Sie sind voll engagiert und
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brennen förmlich darauf, dass es endlich losgeht. Diesen Umstand können Sie
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nutzen, wenn es Ihnen gelingt, das körperliche Unwohlsein abzuschütteln und
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somit Ihre Energie richtig und effektiv zu kanalisieren. Um bei dem Ausspruch des
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Augustinus zu bleiben: Es brennt bereits in Ihnen. Jetzt müssen Sie diesen Um-
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stand nutzen, um diese Begeisterung auch bei Ihrem Publikum zu entfachen.
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W Reden und Piasentreren Seite 3
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DIE PERSÖNLICHE VORBEREITUNG
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Wie Sie Ihren Körper beruhigen
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Sind Sie bereits Stunden vor dem Beginn Ihres Auftritts nervös und unruhig, dann
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ist dies ein Anzeichen dafür, dass sich Ihre innere Anspannung auf Ihren Körper
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überträgt. Es ist besonders wichtig, dass Sie ihm etwas Ruhe gönnen.
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Suchen Sie sich ein stilles Plätzchen — vielleicht ein Zimmer, in dem Sie ungestört
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sind — und tun Sie Ihrem Körper etwas Gutes: Strecken Sie sich, führen Sie Deh-
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nungsübungen durch, atmen Sie kräftig ein und aus. Auf diese Weise sorgen Sie
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dafür, dass Ihr Kreislauf in Schwung kommt und Ihrem Gehirn mehr Sauerstoff
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zugeführt wird.
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Wenn Sie so aufgeregt sind, dass Sie Ihren Herzschlag in den Ohren hören kön-
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nen, dann versuchen Sie, Ihren Puls zu beruhigen: Atmen Sie kräftig und langsam
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durch die Nase ein, halten Sie die Luft an und zählen Sie im Geiste bis drei. An-
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schließend atmen Sie durch den Mund wieder aus, Wiederholen Sie diese Atem-
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A Übung einige Minuten lang: Sie werden merken, wie sich Ihr Herzschlag langsam
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beruhigt.
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Sind Sie verkrampft und verspannt und lässt sich dieser Zustand durch körperliche
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Betätigung und Atemübungen nicht beheben, dann führen Sie die nachfolgende
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Kurzentspannungsübung durch. Diese können Sie bei Bedarf mehrmals wieder-
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holen.
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W Reden und Präsentieren Seite 4
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Übung: So können Sie schnell entspannen!
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I Setzen Sie SlCh bequem hin und schließen Sie Ihre Augen.
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- Verschränken Sie nun die Hände hinter dem Kopf, Drücken Sie die Ellbogen
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nach hinten und pressen Sie Ihre Hände fest gegen den Kopf,
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- Pressen Sie dabei Zähne und Lippen fest aufeinander.
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- Strecken Sie dann die Beine aus und drücken dabei die Fußspitzen nach unten.
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Alle Muskeln sind angespannt. Atmen Sie ruhig durch die Nase ein, halten die
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Luft an und spannen die Bauchmuskeln an.
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- Diesen Zustand halten Sie etwa fünf Sekunden lang aufrecht. Dabei zahlen Sie
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leise: „1 und 2 und 3 und 4 und 5".
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- Danach atmen Sie langsam durch den Mund aus, entspannen dabei die Mus-
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keln und lassen alle Glieder hängen. Spüren Sie Ihren Körper.
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- Verweilen Sie einige Minuten in dieser Stellung. Atmen Sie dabei ruhig ein und
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aus. Lassen Sie lhren Korper langsam in sich zusammensinken.
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I Vor dem Aufstehen denken Sie: „Ich bin ganz ruhig und entspannt. Ich fühle
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mich wach und erfrischt. Ich werde mein Publikum begeistern!“
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||
. I Reden und Ptasentieren Seite 5
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Im», «
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xmmram
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Was Sie vermeiden sollten
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verspüren Sie während oder kurz vor Ihrer Ansprache den berühmten „Frosch im
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Hals“, dann sorgen Sie dafür, dieses Problem schonend zu beheben. Vermeiden
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Sie allzu haufiges Rauspern: Das schadet nur Ihren Stimmbändern — und die brau-
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chen Sie noch.
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Viel besser ist es, wenn Sie gleich richtig husten und anschließend einen Schluck
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lauwarmes Wasser trinken: Das macht die Stimmbänder geschmeidig. Machen Sie
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es sich zur Gewohnheit, zur schonenden Pflege ihrer Stimmbänder regelmäßig mit
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Wasser zu gurgeln.
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Verzichten Sie zur Beruhigung in jedem Fall auf Alkohol, Aufputschmitiel oder Me-
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dikamente — es sei denn, Sie haben für letztere entsprechende ärztliche Anwei-
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sung. Aufputschmittel, wie Kaffee oder Cola, wirken genau entgegengesetzt: Sie
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beruhigen nicht. sondern putschen — wie ihr Name sagt — zusätzlich auf, auch
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wenn sie kurzfristig zu einer Steigerung des Konzentrationsvermögens führen.
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Alkohol dagegen wirkt zwar enthemmend und nimmt die Nervosität, allerdings ist
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auch dies eine gefährliche Gratwanderung: Ein wenig zu viel und Sie verlieren
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möglicherweise die Kontrolle darüber, was Sie sagen oder tun, Im Sinne einer
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erfolgreichen Rede bzw. Präsentation verzichten Sie am besten auf Alkohol.
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DIE PERSÖNLICHE VORBEREITUNG
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Wie Sie ihren Geist beruhigen
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Am wichtigsten ist es zunächst, dass Sie sich g ständig damit beschäftigen,
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was während Ihres Auftrittes alles passieren konnte Nervosität und Aufregung
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gründen zu einem Großteil darauf, dass Sie Angst haben, wichtige Punkte zu ver-
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gessen, oder plötzlich von einem kompletten Blackout befallen zu sein.
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Haben Sie Vertrauen in Ihre eigenen Fähigkeiten! Sie werden nichts vergessen
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Zum richtigen Zeitpunkt werden Sie alle wichtigen Gedanken kiar und präzise for-
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mulieren können. ihr Lampenfieber ist das beste lndiz: Der Körper mobilisiert alle
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Kräfte. Er weiß, dass es jetzt darauf ankommt.
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Denken Sie daran, dass Sie sich ausgiebig vorbereitet haben: Die wenigsten Ihrer
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Zuhörer werden sich so intensiv mit dem Thema beschäftigt haben wie Sie. Erin-
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nern Sie sich:
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Eine realistische Selbsteinschätzung ist der beste Weg zum Erfolg!
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Ablenkung ist der ausschlaggebende Punkt zur Beruhigung. Am besten beschäfti-
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gen Sie sich unmittelbar vor der Präsentation mit etwas anderem. Denken Sie bei-
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spielsweise an ein schönes Erlebnis oder unterhalten Sie sich mit einigen Ihrer
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Zuhörer. Auf diese Weise können Sie sich hervorragend ablenken und sammeln
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vielleicht schon vor dem Beginn ihrer Rede Sympathien.
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Q
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Eine positive Grundeinstellung wirkt Wunder
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Stimmen Sie sich vor der Präsentation positiv ein: Denken Sie an eine ähnliche
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Situation, die Sie mit Bravour gemeistert haben. Stellen Sie sich vor, wie es sein
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wird, wenn Sie Ihre Aufgabe gelöst haben. Denken Sie an die Begeisterung Ihres
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Publikums, an den Stolz. den Sie darüber empfinden werden und an das Lob, das
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Ihnen aufgrund ihrer brillanten Fähigkeiten ausgesprochen wird. Diese Art der
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Selbstsuggestion wirkt in entspanntem Zustand am besten, beispielsweise direkt
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nach der beschriebenen Entspannungsübung.
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Nehmen Sie das vor Ihnen liegende als Herausforderung an, entwickeln Sie eine
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positive Grundeinstellung. Gehen Sie nicht resigniert, sondern mit dem Eifer der
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Begeisterung an ihre Aufgabe heran! So wird es Ihnen gelingen, Ihr Publikum rest-
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los zu überzeugen.
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Wenn Sie sich im Vorfeld von Ihren eigenen Fähigkeiten überzeugen möchten,
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dann laden Sie einfach einige Ihrer Freunde und Bekannten zu einer Probeprä-
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sentation ein. Führen Sie diese Probe so durch, wie Sie diese auch bei Ihrem
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tatsächlichen Auftritt gestalten würden. Lassen Sie sich anschließend mitteilen,
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was Ihrem „Publikum“ besonders gut gefallen hat und was Sie das nächste Mal
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vielleicht noch besser machen können. Auf diese Weise erhalten Sie eine Bestäti-
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gung ihres Könnens und eventuell eine Anregung zur Optimierung Ihres
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Reden und Präsentieren Seite 7
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Konzeptes - beides Dinge, die Sie in Ihrem Vorhaben bestärken werden und Ihnen
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einen weiteren Grund der Nervosität nehmen.
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Merken Sie bei der Probepräsentation, dass Sie sich doch lieber nicht nur auf Ihr
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Erinnerungsvermögen verlassen möchten, können Sie die wichtigsten Punkte auf
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kleinen Karteikarten notieren. So sind Sie vollkommen sicher, dass Sie zum richti-
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gen Zeitpunkt den nötigen Input erhalten, Dabei genügt es, wenn Sie sich ein aus-
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sagekräftiges Stichwort notieren: lm Normalfall werden Ihnen die damit verbunde-
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nen Argumentationspunkte mit einem einzigen Blick wieder in den Sinn kommen.
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Dieses Hilfsmittel ist psychologischer Natur: Vermutlich werden Sie die Karten
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während Ihres Vortrages nicht einmal benötigen. Allein das Wissen, dass Sie je-
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derzeit nachsehen können, trägt schon viel dazu bei, Ihre Angst und Nervosität in
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Grenzen zu halten. Denken Sie einfach daran: Sie sind bestens vorbereitet; was
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soll passieren?
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Ihre Kleidung
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Um der Angst und Nervosität nicht noch zusätzlich Tur und Tor zu öffnen, sollen
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Sie sich während Ihres Vortrages wohl fühlen. Neben ausreichend Schlaf und
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dem bereits angesprochenen Verzicht auf Kaffee und ähnliche Aufputschmittel
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trägt Ihre Kleidung wesentlich dazu bei.
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Natürlich können Sie nicht in venrvaschenen Jeans und Sweatshirt vor jedes Publi-
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kum treten: Häufig gebietet der Anlass ein serioseres Erscheinungsbild. Denken
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Sie immer daran: Zunächst ist es wichtig. dass Sie sich wohl fühlen. Wählen Sie
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also eine Kleidung aus, die dem Rahmen entspricht, doch unterwerfen Sie sich
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nicht vollständig den En/vartungen Ihrer Zuhörer. Diese möchten in erster Linie
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überzeugt werden: nicht durch Ihren neuen Schlips, sondern durch Ihr souveränes
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Argumentieren.
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Mit anderen Worten:
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Ihre Kleidung soll niemals wichtiger sein, als die Botschaft,
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die Sie vermitteln möchten.
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Reden und Piasentieren Seite 8
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DIE PERSÖNLICHE VORBEREITUNG
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Wie Sie den Einstieg gut überstehen
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Eine umfassende körperliche und geistige Vorbereitung ist der beste Weg, um
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Lampenfieber und Nervosität zu mindern. Falls Sie trotz dieser Maßnahmen zu
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Beginn Ihres Vortrages noch sehr nervös sind, gibt es immer noch einige Dinge,
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die Sie dagegen unternehmen können.
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Souveränes Auftreten
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Zu Beginn Ihres Auftritts ist es wichtig, dass Sie sicher zu Ihrem Rednerplatz ge-
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,_\ Iangen. Dazu geben Sie sich bewusst souverän und selbstsicher, Achten Sie da-
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’ bei darauf, nicht arrogant zu wirken! Für lhr Anliegen ist es entscheidend, die Sym-
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pathie Ihres Publikums zu gewinnen. Arrogantes Verhalten bewirkt ofl das Gegen-
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teil.
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Seien Sie selbstbewusst! Begeben Sie sich mit festen Schritten an Ihren Platz und
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suchen Sie den Blickkontakt mit Ihren Zuhörern; demonstrieren Sie Souveränität,
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auch wenn ihnen im Augenblick ganz anders zumute ist. Mit der Zeit wird sich
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dieses „simulierte“ Gefühl tatsächlich einstellen — und dann haben Sie das
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Schlimmste ohnehin schon überstanden,
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Wenn Sie an Ihrem Platz angekommen sind, nehmen Sie einen lockeren, sicheren.
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hüftbreiten Stand ein. Richten Sie Ihren Blick dann eine Zeitlang ins Publikum,
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ohne dabei etwas zu sagen, Nehmen Sie Blickkontakt mit den Zuhörern vor Ihnen,
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sowie mit denen links und rechts von Ihnen auf.
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Dieser Blickkontakt sollte kurz und intensiv ausfallen, Bedienen Sie sich hierbei
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der „RefueIing-Technik“, d. h. suchen Sie sich zunächst sympathische Gesichter
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und dehnen Sie von dort Ihren Blickkontakt auf den Rest des Publikums aus.
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Wenn Sie auf murrische oder kritische Gesichter stoßen, können Sie Jederzeit zu
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Ihren Sympathietragern zurückkehren, um lhr Selbstbewusstsein wieder aufzufri-
|
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schen, Diese Methode können Sie natürlich auch im weiteren Verlauf Ihres Vortra-
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ges einsetzen.
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Bevor Sie zu reden beginnen, sagen Sie sich im Geiste‘ „Ich bin gut vorbereitet, ich
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weiß, was ich sagen will, ich weiß, womit ich anfange“. So starken Sie erneut Ihr
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Selbstbewusstsein. Anschließend beginnen Sie dann mit der Begrüßung und Ih-
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rem Vortrag.
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Reden und Präsentieren Seite 9
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Zitternde Hände und andere Unannehmlichkeiten
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Wenn sich Ihre Nervosität durch zitternde Hände bemerkbar macht, gilt es zu-
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nächst, den Stress abzubauen, indem Sie die nervöse Energie in Bewegung um-
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setzen. Arme und Hände neigen nur dann zum Zittern, wenn sie nichts zu tun be-
|
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kommen. Setzen Sie Ihre Arme und Hände dazu ein, ihre Aussagen auf wirkungs-
|
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volle Weise zu unterstützen: Machen Sie gezielte Bewegungen, breiten Sie Ihre
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Arme zur Begrüßung Ihrer Zuhörer aus, ballen Sie Ihre Fäuste, um einen beson-
|
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ders wichtigen Punkt zu unterstreichen.
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Denn:
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Bewegungen, die ein bestimmtes Maß an Anspannung erfordern,
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unterdrücken das Zittern.
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i?!
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Steht Ihnen ein Rednerpult zur Verfügung, können Sie sich zu Beginn auch kraft-
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voll an dessen Rändern abstützen. Diese Maßnahme vertreibt selbst das hartnä-
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ckigste Zittern. Achten Sie allerdings darauf, diese Pose nicht länger als absolut
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nötig einzunehmen! Ansonsten nehmen Sie sich die Möglichkeit, Ihre Gestik und
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Körpersprache gezielt einzusetzen: ein wichtiger Punkt, um Ihre Aussagen zu un-
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terstreichen.
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Wenn Sie merken, dass Ihre Stimme zu zittern beginnt, dann steuern Sie bewusst
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dagegen an: Vermeiden Sie es auf jeden Fall, Ihre Lautstarke zu senken! Spre-
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chen Sie Iaut und kraftvoll. Dies mag Ihnen zu Beginn etwas schwer fallen, doch
|
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mit genügend Übung — zur Not daheim vor dem Spiegel — werden Sie auch das in
|
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den Griff bekommen.
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Neigen Sie bei Aufregung zu einem trockenen Mund, dann stellen Sie immer ein
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Glas mit Wasser griffbereit. So können Sie jederzeit einen kleinen Schluck neh-
|
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men, um Ihren Mund zu befeuchten. An diesem Bedürfnis wird sich keiner Ihrer
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Zuhörer stören. Wenn Sie gerade kein Wasserglas zur Verfügung haben, können
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Sie sich auch ein paarmal behutsam auf die Zungenspitze beißen — aber Vorsichtl
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Wenn Sie zu fest zubeißen, regen Sie damit nicht nur den Speicheb, sondern auch
|
||
den Tranenfluss an,
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Werden Sie häufig vor Aufregung rot, gibt es auch dafür Abhilfe: Zunächst machen
|
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Sie sich bewusst, dass ihnen dieser Umstand viel starker auffällt als Ihrem Publi-
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kum: Die meisten Zuhörer werden nicht registrieren, dass Ihnen die Schamesröte
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W Reden und Praseriiieren Seite ‘l 0
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ins Gesicht schießt — und selbst wenn Sie es merken, werden sich nur die allerwe-
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nigsten daran stören. Wichtig ist, dass Sie sich diese Tatsache immer vor Augen
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halten. Damit fallt ein weiterer Grund weg, überhaupt rot zu werden.
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Sie können auch bereits im Vorfeld gegen das Erröten vorgehen. Die Damen ha-
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ben es in dieser Hinsicht etwas leichter: Ein gutes Make-up wirkt hier Wunder. Als
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Mann können Sie Kleidung in kräftigeren Farben tragen, um den Kontrast etwas zu
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verringern.
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||
Reden und Prasenlieren Seite 11
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Checkliste: Wie Sie ihre Aufregung positiv kanalisieren
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Haben Sie körperliche Übungen durchgeführt und kraftig ein- und
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ausgeatmet?
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Haben Sie eine Atemübung durchgeführt, um ihren Puls zu beruhigen?
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Haben Sie eine kurze Entspannungsübung durchgeführt?
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Haben Sie das Rauspern vermieden und stattdessen besser gehustei
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und einen Schluck Wasser getrunken?
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" Haben Sie Alkohol, Medikamente und Aufputschmittel vermieden?
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Haben Sie vor Beginn Ihres Vortrages an etwas anders gedacht,
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sich abgelenkt?
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Haben Sie sich positiv eingestimmt?
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Haben Sie einen Probevortrag durchgeführt?
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Haben Sie sich Stichwortkanen angefertigt?
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Tragen Sie Kleidung, in der Sie sich wohl fühlen?
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Haben Sie auf Blickkontakt geachtet und die RefueIing-Technik
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angewendet?
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Bei zitternden Händen: Haben Sie den Stress durch kraftvolle Gestik
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abgebaut?
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Bei zilternder Stimme: Haben Sie laut und kraftvoll gesprochen?
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Bei trockenem Mund: Haben Sie einen Schluck Wasser getrunken
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oder sich leicht auf die Zungenspitze gebissen?
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Bei Erröten: Haben Sie auf farbliche Kontraste geachtet?
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ÜÜLIEILIÜLIÜLIÜLILJLILIU
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‘W Reden und Prasentieren Seite 12
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DAS PUBLIKUM VERSTEHEN
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Wie Siejeden Zuhörer auf seinem Sinneskanal
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ansprechen.
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Jeder Mensch nutzt seine ihm zur Verfügung stehenden Sinneskanale mit einer
|
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unterschiedlichen Präferenz, wenn es um die Aufnahme, Verarbeitung und Wie-
|
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dergabe von Informationen geht. Damit lernt auch jeder Mensch auf seine ganz
|
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individuelle Art und Weise,
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Das Wissen um unterschiedliche Lerntypen hilft Ihnen als Trainer, Referent, Mode»
|
||
rator oder Präsentator in der Kommunikation mit Ihrem Publikum. Das Ziel eines
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||
Vortrags oder einer Präsentation sollte es sein, jeden Teilnehmer sinnesspezifisch
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anzusprechen und ihn damit ganz persönlich abzuholen.
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Welche Sinnestypen und damit Lerntypen gibt es?
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||
VAKOG-ein Akronym für unsere fünf Sinneskanäle
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Der Mensch lernt über die unterschiedlichen Sinne und verankert die Informa-
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tionen im Kopf. Die Sinne funktionieren als Input-Outputkanale. Sie erfüllen
|
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ganz besondere Aufgaben:
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Der visuelle (V) Sinn lernt, indem er genau hinschaut und sich innere Bilder
|
||
von Gelerntem macht. Er merkt sich Stoff leicht durch bildhafte Verknüpfung.
|
||
Der auditive (A) Sinn lernt über Hören und Sprechen. Er ist oft musikalisch,
|
||
sprachbegabt und bevorzugt das Auswendiglernen, Bei Unruhe ist er leicht ab-
|
||
Ienkbar.
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||
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Der kinästhetische (K) Sinn steht für körperliches Lernen, 2B. Sport und Wer-
|
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ken. Er lernt in der Regel nicht so schnell, dafür aber gründlich und vergisst
|
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nichts. Um effizient arbeiten zu können, muss er sich wohl fühlen und etwas
|
||
tun dürfen.
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Den Geruchssinn (O) und Geschmackssinn (G) werden wir an dieser Stelle
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vernachlässigen.
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Ein einfaches Beispiel:
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Heutzutage besitzt fast jeder ein Handy. Bei jeder Vertragsverlängerung hat der
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Kunde die Möglichkeit auf ein neues Handy umzusieigen. Wie gehen die unter-
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schiedlichen Lerntypen mit dem neuen Handy um und wie erklären sie sich die
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eventuell neuen Funktionen?
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- Der auditive Lerntyp liest sich die Bedienungsanleitung (laut) durch.
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- Der visuelle Lerntyp schaut sich die Grafiken und Übersichten in der Bedie-
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nungsanleitung an.
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- Der kinästhetische Lerntyp probiert so lange alle Tasten aus, bis er die Funktio-
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nen verstanden hat.
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Radon im: Prasentreren Seite 13
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Verschaffen Sie sich Vorteile!
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Durch Kenntnis der unterschiedlichen Lerntypen verschaffen Sie sich folgende
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Vorteile:
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- Als erstes können Sie sich bewusst machen, welcher Sinnestyp Sie selber sind,
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damit Sie zukünftig nicht nur auf Ihrem „eigenen Kanal funken“ und damit be-
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stimmte Zuhörer einfach verlieren.
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- Bereits bei der Vorbereitung sollten Sie daraufachten, dass Sie mit Ihrem Vor-
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trag oder Ihrer Präsentation auch alle Sinnestypen ansprechen, Denn gerade
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bei einem größeren Publikum werden alle Lerntypen vertreten sein.
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- Sie können besser auf Ihre Teilnehmer eingehen. Wenn Erklärungsversuche
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fehlschlagen, liegt es oft an der „falschen“ Darstellungsweise. Wenn Sie mit
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dem Erklaren nicht weiterkommen, versuchen Sie einfach einen anderen Sin»
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neskanal anzusprechen. Durch eine kleine Skizze oder Grafik am Flipchart
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kann so beispielsweise das Verständnis geweckt werden.
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- Sie bauen schneller ein Vertrauensverhälfnis und eine gelungene Kommunika-
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tionsbeziehung zu Ihren Teilnehmern auf, wenn Sie sich von Ihnen verstanden
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fühlen. Das erreichen Sie oft bereits, indem Sie den einzelnen Teilnehmer auf
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seinem persönlichen Sinneskanal ansprechen.
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Wie erkennen Sie die Präferenzen der Teilnehmer?
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Es gibt verschiedene Moglichkeiten, unterschiedliche Lerntypen zu erkennen, wie
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2B. die folgenden:
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- Die Sprache gibt uns viele Hinweise: Ein Visueller sagt z.B. „Das habe ich
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kommen sehen“, während der Auditive „Das hört sich gut an.“, sagt.
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- Durch Beobachtungen der Personen. wie sie mit Aufgaben und Herausforde-
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rungen umgehen: Lassen Sie es sich vormachen und schauen dabei zu, versu-
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chen Sie es selber oder lassen Sie es sich erklären’?
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- Die Bewegung der Augen („Augenzugangshinweise") verraten auch, welche
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Informationen gerade abgerufen werden (Bilder, Töne, Gefühle, etc.).
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Dies sind nur einige Beispiele. Ausführliche Beschreibungen findet man in der
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Literatur zu den Themen Körpersprache und NLP (Neuro-Linguistisches Pro-
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grammieren). Die Möglichkeit zur praktischen Umsetzung und zum Üben bieten
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Seminare zu den gleichen Themen
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Fazit
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Da Sie im Vorfeld einer Präsentation oder eines Vortrages niemals wissen k0nnen,
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wer Ihnen gegenüber sitzt, ist es wichtig, dass Sie sich Gedanken darüber ma-
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chen, wie Sie alle Lerntypen ansprechen können. Denn nur dann wissen Sie, dass
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Ihre Botschaften auch bei allen Teilnehmern die Chance haben, anzukommen.
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Wenn wir also Präsentationen halten, sollten wir nicht vergessen, alle Lerntypen
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anzusprechen und etwas für das Auge, das Ohr und das Gefühl zu bieten.
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Welcher Lerntyp bin ich?
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Wenn Sie Ihren persönlichen Lerntyp kennen und diesen gezielt ansprechen, wer-
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den Sie schneller, leichter und erfolgreicher lernen. Zudem steigt die Wahrschein-
|
||
Iichkeit, dass Sie sich an das Gelernte erinnern, wenn Sie es brauchen.
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||
IW
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||
|
||
en und Präsentieren Seite 14
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GEKONNT ÜBERZEUGEN
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Wenn Sie mit Ihren Vorbereitungen fertig sind und Ihr Lampenfieber (hoffentlich!)
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unter Kontrolle haben, dann können Sie beginnen. Dabei gilt es einiges zu beach-
|
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ten; schließlich möchten Sie Ihr Publikum von Ihrem Anliegen überzeugen,
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im Folgenden finden Sie spezielle Techniken, um Ihren Vortrag spannend und
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überzeugend zu gestalten.
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Energieaufwand beim Zuhörer durch bildhafte Ausdrucks-
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weise vermindern
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Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das menschliche
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Gehirn visuelle Eindrücke etwa 60.000 Mal schneller verarbeitet als gesprochene
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Informationen. Menschen drücken sich bei einer Rede oft nicht in Bildern aus. Das
|
||
liegt in der Natur der Sache: Eine Rede heißt deshalb so, weil dabei geredet wird;
|
||
jedoch für den Zuhörer häufig zu abstrakt.
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Die schnelle Verarbeitung von visuellen Informationen basiert auf der Tatsache,
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dass das Gehirn aus zwei Hälftenbesteht: der rechten und der linken Hemisphäre.
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Während die linke Gehirnhälfte für alles Analytische — unter anderem auch für die
|
||
Sprache — zuständig ist, „denkt“ die rechte Hemisphäre in Bildern und speichert
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entsprechende Informationen auch viel leichter auf diese Weise ab. Das Gehirn
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muss arbeiten, um rationale Informationen in bildhafte umzusetzen — und das kos-
|
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tet Energie.
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Durch eine bildhafte Ausdrucksweise können die Informationen gleich verarbeitet
|
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werden, ohne vorher den Umweg über den rationalen Teil des Gehirns machen zu
|
||
müssen. Wenn Sie sich auf komplexe Weise ausdrücken, verlangen Sie von Ihren
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||
Zuhörern jedes Mal eine kleine Menge Energie ab. Die meisten Menschen können
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iiui eine Leiiiaiig ruigen, irgendwann mam ucl rau-an we Kullgclllnalivu iiuuli —
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einfach, weil der Aufwand der Informationsverarbeitung zu groß ist.
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Darum gilt:
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Je bildhafter Sie sich ausdrücken,
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desto besser können Ihnen Ihre Zuhörer folgen.
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||
ov-C1
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Gestalten Sie Ihre Ausdrucksweise spannend, emotional und unterhaltsam, damit
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||
Ihr Publikum keine unnotige Energie darauf verwenden muss, Ihre Informationen in
|
||
etwas Anschauliches und Begreifbares zu übersetzen.
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||
W Reden und Piasentieren Seite 15
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||
Im. Lfisr
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Dazu gehön eine klare, unmissverständliche Ausdrucksweise. Konkrete, griffige
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Fakten mag das menschliche Gehirn besonders. Geben Sie bei Mengen, Strecken
|
||
oder Zeiten immer konkrete Zahlenwerte an. Sprechen Sie beispielsweise nicht
|
||
von „Kostensteigerung“ sondern von „200 Euro mehr“, Das ist viel einprägsamer.
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Ihre Zuhörer müssen sich keine Gedanken darüber machen, was „Kostensteige-
|
||
rung“ genau heißt.
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Achten Sie darauf, sich nicht allzu sehr an den Formulierungen ihres Manuskriptes
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||
zu orientieren. Geschriebene und gesprochene Sprache folgen unterschiedlichen
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Gesetzmäßigkeiten. Was auf dem Papier wunderbar formuliert erscheint, wirkt
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gesprochen meist unverständlich.
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Denn:
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x Eine Rede, die sich gut liest, lässt sich schlecht sprechen.
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||
E1
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Viel besser ist es, wenn Sie anhand Ihres Manuskriptes den „roten Faden" heraus-
|
||
arbeiten. sich eventuell Notizen machen und diese dann in eigene Worte fassen.
|
||
Dies wirkt viel lebendiger, spontaner und überzeugender und gibt Ihren Zuhörern
|
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||
das Gefühl, persönlich angesprochen zu werden, Reden und Präsentieren bedeu-
|
||
tet nicht das Vorlesen einer schriftlichen Abhandlungl
|
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Reden Sie immer so, dass Sie jeder verstehen kann. U
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Schriftlich ausformulierte und entsprechend vorgetragene Reden, wie sie im Bun-
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||
destag oder bei anderen politischen Veranstaltungen zu horen sind, richten sich
|
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hauptsächlich an eine geistige Minderheit — Leute, die sich an sprachlich ausgefeil-
|
||
ten und wohl formulierten Vorträgen ergotzen können. „Otto Normalverbraucher‘
|
||
wird sich bei einer solchen Rede schon nach kurzer Zeit „auskllnken“; da das Zu-
|
||
|
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hören zu anstrengend ist.
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||
Achten Sie darauf, dass Ihre Botschaft ohne große Anstrengung bei Ihrem Publi-
|
||
kum ankommt!
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||
Reden und Prasentieren Seite 16
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Tipps zu einer bildhaften Ausdrucksweise
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Verben wirken immer besser als Hauptwörter,
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da sie eher ein Bild vermitteln.
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Vermeiden Sie Formulierungen wie: „Die Intention besteht in der Reduktion ai-
|
||
ier anfallenden Kosten“, sondern sagen Sie lieber: „Wir müssen unsere Kosten
|
||
senken. Das ist das Ziel" Aus dem Hauptwort „Reduktion“ wird „senken“,
|
||
ein Verb und gleichzeitig ein Ausdruck, den jeder leicht verstehen kann. Ähnli-
|
||
ches gilt für „Intention" und „Ziel“. Denken Sie daran: Je bildhafter Sie sich
|
||
ausdrücken, desto lieber wird ihnen lhr Publikum zuhören.
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||
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||
Können oder wollen Sie nicht auf Hauptwörter verzichten, dann wählen Sie
|
||
möglichst solche, die selbst bereits ein Bild vermitteln: Berg, Gipfel, See oder
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||
Haus sind gute Beispiele für Hauptwörter. die Sie bildhaft einsetzen können.
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Vermeiden Sie aufjeden Fall „monströse“ Hauptwortkonstrukte und schwer
|
||
verständliche Ausdrücke.
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Worte wie „Kommunikationskonzepte“, „Arbeitsbeschaffungsmaßnah-
|
||
men“ oder „Globalisierungsfonschritt“ klingen nicht nur kompliziert, son-
|
||
dern erfordern vom Zuhörer auch eine große Menge an Übersetzungsenergie
|
||
So kann es sein, dass Ihre Aussage ersl gar nicht ins Bildhafle übertragen
|
||
wird, sondern stattdessen im rationalen Teil des Gehirns hängen bleibt. Ihre
|
||
|
||
Zuhörer können lhnen nur sehr schwer folgen, da sich flir sie kein schlüssiges
|
||
Bild ergibt.
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||
Vermeiden Sie Fachausdrücke - venivenden Sie bildhafte Beschreibungen.
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||
Auch wenn Sie vor einem gebildeten Publikum sprechen, haben Fachausdrü»
|
||
cke eine geringe emotionale Wirkung. Darüber hinaus kostet die Übersetzung
|
||
|
||
jedes Mal eine kleine Menge Energie, selbst wenn Ihr Publikum mit den jewei-
|
||
ligen Fachwörtern vertraut ist.
|
||
|
||
Manchmal kann es von Nutzen sein, sich einiger Fachausdrücke zu bedienen:
|
||
dann, wenn der Erfolg Ihrer Präsentation von Ihrer (vermeintlichen) Kompetenz
|
||
auf einem bestimmten Gebiet abhängig ist oder wenn Sie Ihrem Publikum erst
|
||
beweisen müssen, dass Sie durchaus wissen, wovon Sie sprechen. In solchen
|
||
Fallen empfiehlt es sich, sofort noch eine kurze, bildhafte Erklärung anzuhan-
|
||
gen.
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||
R an und Prasentieren Seite 17
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Vermeiden Sie wenig aussagekräftige Modewörter.
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Wörter wie „dynamisch“, „innovativ“ oder „zukunftsorientiert“ wirken un-
|
||
glaubwürdig und führen oft dazu, dass sich das Gegenteil des erwünschten
|
||
Effektes einstellt: Meist merkt das Publikum recht schnell, dass es hier mit lee-
|
||
ren Worthülsen geködert werden soll. Ablehnung und Sympathieverlust sind
|
||
die Folge.
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||
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Wenn es bei Ihrem Vortrag um Dinge geht, die tatsächlich „dynamisch“, „in-
|
||
novatlv“ und „zukunftsorientiert“ sind, dann drücken Sie sich nach Möglich-
|
||
keit so aus, dass Ihre Zuhörer verstehen, worauf es Ihnen ankommt. Sagen Sie
|
||
nicht: „Ich mochte Ihnen heute das innovative Produkt eines zukunftsorientier-
|
||
ten Unternehmens vorstellen“, sondern: „lch zeige /hnen jetzt etwas, das ha-
|
||
Den Sie noch nicht gesehen. Die Leute, die sich das ausgedacht haben, su-
|
||
Chen ständig nach neuen Mog/ichkeiten”. Das sagt das gleiche aus, klingt nur
|
||
viel glaubhafter und spannender.
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||
|
||
Drücken Sie sich konkret aus.
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||
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vage Ausdrücke, wie „prinzipiell“, „man könnte sagen“ oder „eigentlich“
|
||
sind wenig aussagekräftig und entwerten Ihre Aussagen. ihr Publikum möchte
|
||
von Ihnen konkrete Fakten hören. Sie alleine sind dafür zuständig, die Teil-
|
||
nehmer von Ihrem Standpunkt zu überzeugen.
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||
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||
Sagen Sie nicht: „Unsere Ausgaben sind eigentlich viel zu hoch. Normaler-
|
||
weise müssten wir daran etwas andern“, sondern: „Wir geben zu viel Geld aus.
|
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Das müssen wir andern!“
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Auf diese Weise geben Sie Ihren Zuhörern auch gleichzeitig eine konkrete
|
||
Handlungsanweisung. Viele Redner und Präsentatoren erzielen mit ihren
|
||
Bemühungen nicht den gewünschten Effekt, da eine abschließende Hand-
|
||
Iungsaufforderung unterbleibt.
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||
Drücken Sie sich bei Zahlenangaben leicht verständlich aus.
|
||
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||
Vermeiden Sie Prozentangaben! Sprechen Sie in solchen Fallen nach Mog-
|
||
Iichkeit von „der Hälfte“, einem „Viertel“ usw. Sagen Sie z. B. nicht: „30% al-
|
||
ler Deutschen sondern: „Jeder dritte Deutsche " usw,
|
||
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||
Auf der folgenden Seite finden Sie eine kurze Übung zum energielosen Reden.
|
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MW,‘
|
||
w‘ „im
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i Reden und rase Maren Seite
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GEKONNT UBERZEUGEN
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||
Bildhafi sprechen
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Wenn Sie an moderne Werbespots denken, wird Ihnen auffallen, dass diese mit
|
||
einer Vielzahl von Bildern arbeiten, die in recht kurzen Abständen wechseln. Auf
|
||
diese Weise umgehen diese Spots den Lcgikteil (linke Hemisphare) im menschli-
|
||
chen Gehirn, da innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl von bildhaften Informationen
|
||
vermittelt wird: Durch die Bildersprache wirken diese Informationen direkt auf das
|
||
Unterbewusstsein. Die Werbung hat diesen Umstand erkannt. Machen Sie sich
|
||
diese Tatsache zunutze. Schließlich möchten Sie lhr Publikum von Ihrem Anliegen
|
||
überzeugen. Auch das ist eine Art von Werbung.
|
||
|
||
Sehen Sie sich folgenden Satz an:
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||
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||
„Heute Morgen um halb neun klingelte der Postbote an meiner Tür und lie-
|
||
ferte mir meinen neuen Videorecorder.”
|
||
|
||
Dieser Satz ist grammatikalisch völlig richtig und lässt sich auch gut lesen. Sie
|
||
erinnern sich: Eine Rede, die sich gut liest, ist eine schlechte Rede. Bei der Bilder-
|
||
sprache geht es darum. alle Informationen möglichst bildhaft darzustellen:
|
||
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„Heute Morgen. - Es klingelt an der Tür. ich sehe auf die Uhr: halb neun. -
|
||
Ich öffne. Draußen steht der Postbote mit einem Paket. - ich mache es auf:
|
||
mein neuer Videorecorder.“
|
||
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||
Der Ausgangssau wurde in mehrere kurze, eingängige Sätze unterteilt. Jeder die-
|
||
ser Satze vermittelt ein Bild. Das ist mit „bildhaft sprechen“ gemeint. Dabei orien-
|
||
tiert sich die Bildersprache an der Art und Weise, wie heutzutage Werbespots oder
|
||
Kinofilme gestaltet sind: rasche Bilderfolgen, die innerhalb kürzester Zeit eine Viel-
|
||
zahl von Fakten vermitteln - spannend und informativ.
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Beachten Sie hierbei, dass das obige Beispiel lediglich die geänderte Ausdrucks-
|
||
weise verdeutlichen soll. Es dient nicht dazu. lange Sachverhalte oder Passagen in
|
||
dieser Form vorzutragen, Bildhafte Ausdrucksweise ermöglicht eine starke Ver-
|
||
deutlichung, mit der Sie einen hohen Aufmerksamkeitsgrad erzielen können. Diese
|
||
Sprachform soll wohldosiert eingesetzt werden.
|
||
|
||
Ähnlich wie im Film kann die Bildersprache auch nur Sachverhalte ausdrücken, die
|
||
tatsächlich zu sehen sind. Denken Sie etwa an den Beispielsatz: „Heute Morgen
|
||
um halb neun „Heute Morgen“ lässt sich ganz gut bildhaft ausdrücken. Jeder
|
||
Mensch hat eine Vorstellung von dem Begriff „morgens“. Anders dagegen sieht
|
||
es mit „halb neun“ aus. Wie wollen Sie so etwas bildhaft darstellen? In einem
|
||
solchen Fall müssen Sie sich andenmeitig behelfen. Denken Sie noch einmal an
|
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||
den Beispielsatz: „ es klingelt an der Tür. ich sehe auf die Uhr: halb neun." Ha-
|
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||
Reden und Prasentieren Seite 20
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ben Sie den Trick bemerkt? Sie erschaffen zunächst das Bild einer Uhr, und diese
|
||
kann durchaus „halb neun“ anzeigen.
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Regeln beim bildhaften Sprechen:
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||
Vermeiden Sie Satzkonstruktionen mit „da“, „weil“ oder „denn“.
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||
Solche Begriffe lassen sich nur sehr schlecht oder gar nicht bildhaft darstellen.
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||
Ein Beispiel:
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„Als er vor die Tür geht, schlägt er den Kragen hoch, denn es ist kalt. “
|
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Bildhaft gesprochen, würde das so lauten:
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„Er geht vor die Tür. Er fröslelt. Er schlägt den Kragen hoch, “
|
||
|
||
Vermeiden Sie Neben- oder Relativsätze.
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||
Die Bildersprache kennt solche Ausdrucksweisen nicht. Nebensätze verwan-
|
||
deln Sie immer in einzelne, abgeschlossene Sätze. Aus:
|
||
|
||
„Als er vor die Tür geht ”
|
||
wird:
|
||
„Er geht vor die TIM.
|
||
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||
Ähnliches gilt für Satze mit „ob” oder „dass“. Auch solche Konstruktionen kön-
|
||
nen Sie leicht in verschiedene Sätze aufgliedern:
|
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A „Ich sitze beim Italiener und überlege mir,
|
||
ob ich lieber Pizza oder Spaghetti essen soll."
|
||
|
||
Daraus wird in der Bildersprache:
|
||
|
||
„Ich sitze beim Italiener. Ich überlege mir:
|
||
esse ich lieber Pizza oder Spaghetti.
|
||
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||
Teilen Sie Hauptsätze, die durch „und“ verbunden sind, in unterschiedliche
|
||
Sätze auf.
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||
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||
Sehen Sie sich folgende Satzkonstruktion an:
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||
„Das neue Projekt verlangt die Mitarbeit aller und auch wir werden unseren
|
||
Teil dazu beitragen."
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Bildhaft gesprochen:
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||
W
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||
Reden und Pusenllleleu Seite 21
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||
„AIle müssen am neuen Projekt mitarbeiten, Auch wir tragen unseren Teil
|
||
dazu bei."
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Haben Sie gemerkt. wie sich neben der Vereinfachung auch noch ein weiterer
|
||
Effekt eingestellt hat? „Auch wir tragen unseren Teil dazu bei”, klingt viel konkreter
|
||
als auch wir werden unseren Teil dazu beitragen“. Daraus folgt:
|
||
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||
In der Bildersprache gibt es nur die Gegenwart; keine Zukunft, keine Vergan-
|
||
genheit und keine Konditionalsätze.
|
||
|
||
Gerade Zukunftskonstruktionen wirken viel glaubhafter und eindrucksvoller,
|
||
wenn sie in der Bildersprache ausgedrückt werden. Statt „Wir werden unser
|
||
Bestes geben“ sollten Sie also lieber sagen: „Wir geben unser Bestes“. Ähnli»
|
||
ches gilt für „würde“, „möchte” usw. Sagen Sie nicht: „lch möchte ihnen gern
|
||
danken“, sondern einfach: „Ich danke ihnen“.
|
||
|
||
Auch für Dinge, die sich in der Vergangenheit abgespielt haben, gibt es eine
|
||
einfache Vorgehensweise:
|
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||
„Als 1989 die Mauer fiel, musste ich mir überlegen, ob ich hier bleibe, oder
|
||
mich in den neuen Bundesländern selbständig mache,“
|
||
|
||
Diese Vergangenheitskonstruktion können Sie folgendermaßen aufschlüsseln:
|
||
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,,1989. Die Mauer ist gefallen, Ich überlege mir: bleibe ich hier oder mache
|
||
ich mich in den neuen Bundes/andern selbständig.“
|
||
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||
Sätze mit „wenn“ oder „falls“ sind Bedingungssälze. Auch solche Formulie-
|
||
rungen werden in der bildhaften Sprache aufgeschlüsselt:
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||
„Wenn Sie mir rechtzeitig Bescheid geben, hole ich Sie vom Flughafen ab."
|
||
|
||
Diesen Salz können Sie folgendermaßen aufteilen:
|
||
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||
„Ich hole Sie vom Flughafen ab. Geben Sie mir nur rechtzeitig Bescheid.“
|
||
|
||
Vermeiden Sie Umstandswone, Bindeworte und ähnliche grammatikalische
|
||
Konstrukte.
|
||
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||
Diese lassen sich in der Bildersprache schlecht darstellen. Alles, was erklärend
|
||
|
||
oder kommentierend wirkt, können Sie weglassen, da es die Spannung aus Ih-
|
||
rer Rede nimmt:
|
||
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||
„Wie jeden Abend halt er sich am Bahnhof seine Zeitung,
|
||
dann fährt er nach Hause.“
|
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||
Reden und Prasenlieren Seite 22
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||
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||
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||
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||
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||
Dieser Satz enthält zwei „Problemfälle: Zum einen: „Wie jeden Abend...". Die-
|
||
ser Umstand ließe sich in einem Film schlecht darstellen. Zum anderen das
|
||
„dann“, Dies ist ein Bindewort und soll vermieden werden. Bildhaft können Sie
|
||
den Satz so ausdrücken:
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||
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||
„Es ist Abend. Er geht zum Bahnhof’.
|
||
Kauft sich eine Zeitung, Er zahlt. Er fahrt nach Hause.”
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||
Noch ein Tipp:
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||
Verzichten Sie in der bildhaften Sprache auf indirekte Rede.
|
||
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Denken Sie wieder an einen Film: Auch hier kann nur das gesehen werden,
|
||
was gerade geschieht. Wenn jemand spricht, verwendet er die wörtliche Rede,
|
||
Sagen Sie nicht:
|
||
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||
„Er sagte, er könne den vereinbanen Termin nicht einhalten.“
|
||
|
||
sondern stattdessen:
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||
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||
„Er sagt: Ich kann den vereinbarten Termin nicht einhalten.“
|
||
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||
Bei der Bildersprache handelt es sich um die einfachste, konzentrierteste Form
|
||
des Ausdrucks. Die bildhafte Sprache wirkt spannend und zwingt Ihr Publikum
|
||
förmlich zum Zuhören, da Sie mit jedem Satz ein neues Bild heraufbeschwören.
|
||
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||
Das heißt nicht, dass Sie Ihren ganzen Vortrag auf diese Weise halten sollen. Set-
|
||
zen Sie die Bildersprache gezielt ein, immer dann, wenn Sie Ihr Publikum dazu
|
||
animieren wollen, Ihnen seine volle Aufmerksamkeit zu widmen. Achten Sie darauf,
|
||
keine allzu langen Sätze zu formulieren. Hat Ihr Satz mehr als 8 bis 10 Wörter,
|
||
teilen Sie ihn in zwei kürzere Sätze auf.
|
||
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||
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||
‚x
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||
|
||
Je kürzer ein Satz ist, desto einprägsamer ist er. U
|
||
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||
Reden und Frasenlieren Seite 23
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Checkliste: Was Sie bei der bildhaften Sprache beachten
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Haben Sie kurze, eingängige Sätze gebildet?
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Haben Sie sich überlegt, welchen langen (8 bis 10 Wörter) Salz
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Sie in zwei oder mehrere kürzere Sätze aufteilen können?
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||
Haben Sie Ausdrücke, wie „da“, „weil“ oder „denn“ vermieden?
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Haben Sie Nebensätze in kürzere Hauptsätze ven/vandelt?
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||
Haben Sie Sätze mit „ab“ oder „dann“ entsprechend abgewandelt?
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Haben Sie durch „und“ verbundene Hauptsälze getrennt?
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||
Haben Sie Zukunfts» bzw. Vergangenheitsformen in die Gegenwartsform
|
||
umgewandelt?
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||
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Haben Sie Ausdrücke wie ,,mo‘chte" oder „wurde“ vermieden?
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||
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Haben Sie Bedlngungssätze „wenn“, „fa/Is") entsprechend verändert?
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Haben Sie Umstandsworte, Bindeworte und alle kommentierenden Formu-
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lierungen gestrichen bzw. abgewandelt?
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Haben Sie die wörtliche Rede benutzt?
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ÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜ
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. i Reden und Präsentieren Seite 24
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DIE CHOREOGRAPHIE EINER REDE
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lst die Fähigkeit des Vortragenden, seine Körpersprache so einzusetzen, sodass
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dem Publikum ein optimaler Lernprozess ermöglicht wird.
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Dies erreiche ich durch:
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- Raumanker
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- Gesten
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- Würdigung von Widerständen und Einwänden
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- Umgang mit Störungen und Angriffen
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Raumanker
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Unter Anker ist die Verknüpfung eines Zustandes mit einem inneren oder ‘außeren
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Reiz verbunden. So löst zum Bespiel das Urlaubssouvenir ein Italiengefühl aus
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oder bringt uns zurück zu Ruhe/EntspannungNergnügen.
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Für den Vortrag ist es nützlich, den vorhandenen Raum bzw. die Bühne zu benut-
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zen, um dort bestimmte Punkte mit Ankern zu belegen. Diese werden dann Raum-
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anker oder Bühnenanker genannt,
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Anker können eingesetzt werden, um
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- eine Rede zu gliedern.
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Beispiel: Zur Einführung meines Themas gehe ich auf einen bestimmten, von
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rnir Vorher festgelegten Punkt. Der Hauptteil hat einen anderen Platz wie auch
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das Ende. Wenn ich mich auf die Einführung beziehe, bewege Ich rnrch zum
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Einführungspunkt, wenn ich später noch etwas zum Hauptteil hinzuzufügen ha-
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be, auf den Hauptteilpunkt.
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So strukturiere ich, ohne dass mein Publikum meine Absicht erkennt, ihr aber
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klar folgen kann.
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- eine Rede zu strukturieren.
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Beispiel: ich kann meine Rede mit einer kleinen Geschichte wieder auflockerh,
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indem ich einen Schritt zur Seite mache, die Geschichte erzähle und dann wie-
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der einen Schritt zurück zu meiner Rede, meinem Ausgangspunkt, mache.
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Dies kann ich auch akustisch untermalen, indem ich mit unterschiedlichem
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Tempo/unterschiedlicher Stimmlage spreche.
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- Pro und Kontra darzustellen.
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Beispiel: ich erörtere das Pro von einem Punkt aus, das Kontra von einem ari-
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deren und kann mit einem weiteren Punkt sogar eine Synthese darstellen.
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I eine Z ie installieren.
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Beispiel: Das Fraunhofer startete 19..., dann einen Schritt weiter, nächsten
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Meilenstein, wieder einen Schritt weiter,
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- einen Dialog zwischen zwei Personen darzustellen.
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Dabei wird, ohne anzugeben wer gerade spricht, für jede Person ein fester
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Platz betreten.
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- negative Dinge zu berichten.
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Auch hier benutze ich einen festen Platz für Negatives und einen festen Platz
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für Positives.
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len und Prasentieren Seite 25
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Einsatz von Gestik
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Der größte Teil Ihrer Glaubwürdigkeit (55 Prozent) in Ihrer Rede resultiert aus Ihrer
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Körpersprache! Warum? Wir beurteilen Menschen in der Hauptsache nach ihrer
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äußeren Erscheinung, und wenn Sie präsentieren, dann werden auch Sie nach der
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Art beurteilt, wie Ihr Körper Ihr Anliegen präsentiert.
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Wohin mit den Händen’?
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Hände sind ein Problem für viele Redner. Wenn das Publikum Sie sagen hört,
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Sie seien offen für neue Ideen, aber Ihre Hände sind zu Fäusten geballt oder
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befinden sich in Ihren Taschen, passt das nicht zusammen.
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Es gibt übrigens nur einen Grund, beide Hände in die Taschen zu stecken:
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Wenn Sie kalte Finger haben, weil im Raum bei klirrendem Frost die Heizung
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ausgefallen ist...
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Halten Sie Ihre Hände auch nicht zu lange hinter Ihrem Rücken, Wenn Ihre
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Hände nicht sichtbar sind, können sie nicht mitreden!
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Wenn Sie nicht wissen, wohin mit den Händen, versuchen Sie folgendes:
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Legen Sie die Hände locker ineinander. Statten Sie nun Ihre Rede, und lassen
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Sie danach Ihre Hände tun, was sie wollen - solange sie nicht in beide Hosen-
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taschen schlüpfen oder obszone Gesten machen wollen
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Zudem können Sie einen Kugelschreiber oder ein Präsentationsstick in Ihren
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Händen halten, somit bekommen Sie Sicherheit und können Ihre Hände in die
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Präsentation mit einbeziehen.
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So können Sie beispielsweise Ihre Hände einsetzen um Ihre Aussagen bzw, Ihr
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Handeln zu untermauern.
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Zeigen Sie unbedingt mit dem Zeigefinger auf einen imaginären Feind oder
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Wettbewerber. Zeigen Sie mit Ihren Fingern Größen oder Zahlen.
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Um bei einer Sprechpause die Aufmerksamkeit des Publikums zu halten oder
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auf den Vortragenden zu lenken, kann eine erstarrte Handgestik eingesetzt
|
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werden,
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Wir wollen visuell wahrgenommen werden. Dazu dient das Gleichgewicht zwi-
|
||
schen sprechen und pausieren mit einer erstarrten Handgeste. Pausieren mit
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einer erstarrten Handgeste zeigt den Zuhörern, dass der Sprecher kompetent
|
||
ist und sie sich in guten Händen befinden. Das Ausladen der Geste wird stark
|
||
beeinflusst durch die Größe des Publikums — je größer, desto größer auch die
|
||
Handgeste.
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Beispiel: Versuchen Sie in einem lauten Saal Ruhe zu verschaffen! Sagen Sie
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erst leise „Guten Tag“ oder „Danke“, dann laut. Hatten Sie dabei die erstarrte
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Handgestik. Wenn Ruhe eingekehrt ist, treten Sie einen Schritt zur Seite und
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||
fahren mit wesentlich Ieiserer Stimme fort.
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||
Zuweisen von Attributen durch Gesten hat einen hohen Wirkungsgrad durch
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||
die nonverbale Kommunikation. Indem ich eine Geschichte erzähle und bei po-
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||
sitiv besetzten Wörtern auf meine Publikum/mich selbst/die Fiipchart zeige,
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||
werden durch die Gesten Qualitäten übertragen. Beispiel: „Im Fraunhofer Insti-
|
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tut arbeiten hervorragende Wissenschaftler.“ und dabei die Geste auf das
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I f Reden und Praseniierevt Seite 26
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Publikum richten oder einen Zuhörer oder auf sich selbst oder auf die Tages-
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ordnung oder auf die Tür für die Leute, die im Moment abwesend sind.
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Manchmal möchte ich nicht, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt meines Vor-
|
||
trages eine Frage gestellt wird. Dies kann ich abblocken durch eine Geste,
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||
indem ich langsam meine Hand hebe auf halbe Höhe und sie wieder senke.
|
||
wenn ich merke, dass sich ein Zuhörer meiden möchte, Dieses Vorgehen erfor-
|
||
dert ein besonderes Timing. Ich kann die Frage auch wieder einfordern, indem
|
||
ich dies mit meiner Hand signalisiere.
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||
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||
Gesten und Raumanker können sich gegenseitig verstärken. Beispiel: Ich stel-
|
||
le eine Phantcmfigur vor, die hohe Kompetenz vermittelt und weise ihr einen
|
||
Platz zu. Durch Gesten markiere ich diesen Platz und ankere positive Attribute
|
||
ebenfalls durch Gesten auf diesen Platz. Dann betrete ich den Platz selbst!
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||
Ich kann auch durch Gestik negative Gefühle/Zuhörereinwande zum Fenster
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hinausankern,
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Denken Sie daran: Offene Hände helfen, Offenheit und Rechtschaffenheit zu
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signalisieren.
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Würdigung von Widerständen und Einwänden
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Es ist besser einen Widerstand zu würdigen als einen Angriff abzuwarten. Es ist
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besser pro-aktiv zu handeln. Wichtig ist, einen anderen Platz einzunehmen
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(Raumankerl).
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Die Wortwahl ist wichtig, um nicht einen Einwand oder Widerstand ein Problem zu
|
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machen und die Situation entgleiten zu lassen.
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Wortwahl:
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„Sie werden es nicht mogen, dass Ihre Abteilung Sie zu meinem Vortag geschickt
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||
hat trotz des Weltmeisterspieles Deutschland gegen. ,..“
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||
Hierbei gehe ich davon aus, dass es der ganzen Gruppe so geht und Widerstand
|
||
besteht.
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Wortwahl:
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„Vielleicht werden Sie nicht mögen, dass Ihre Abteilung Sie zu meinem Vor-
|
||
trag„„"
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||
Das macht die Botschaft weicher und zeigt an, dass die Gruppe sich nicht einig ist
|
||
und dass einzelne Personen andere Gefühlen haben können.
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Wortwahl:
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||
„Einige von Ihnen werden vielleicht nicht mögen, dass Ihre Abteilung Sie
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||
tIotz.....“
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||
Das macht die Botschaft noch weicher und sorgt definitiv dafür, dass die Gruppe
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||
sich uneinig ist.
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||
Hierbei ist es besonders wichtig, die angemessene Ebene auszuwählen. Bitte nur
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||
feststellen, um so in Gruppenrappon zu Kommen und Anteilnahme und Verstand-
|
||
nis zu zeigen. Eine Diskussion ist an dieser Stelle in gewünscht!
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Reden und Prasentieren Seite 27
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Gleichzeitig mit Gesten auf den Punkt zeigen, den Sie vorher als Sprecher einge-
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||
nommen haben.
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Vom würdigen zum Vermitteln
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||
Der Sinn der Würdigung liegt darin, den Zustand der Gruppe von einer Wider-
|
||
standsposition zumindest in eine neutrale Position zu verändern. Nun kann ich
|
||
mich als Sprecher langsam wieder zurück auf meine ursprüngliche Position bege-
|
||
ben und auf halbem Wege an einem Vermittlungspunkt stoppen. Damit Ienke ich
|
||
den Widerstand auf die Rede, nicht auf mich als Redner und kann nun die Vermitt-
|
||
lung als Berater übernehmen.
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||
|
||
Wortwahl:
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||
„Wie lange würden Sie zuhören wollen, um festzustellen, wie nützlich die Informa—
|
||
tionen meines Vortrages...”
|
||
|
||
„Sie sind vielleicht überrascht und erfreut darüber, wie nützlich die Informatio-
|
||
nen...”
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||
|
||
„Was würde nötig sein, damit Sie sehen können, wie nützlich diese Informatio-
|
||
nen..."
|
||
|
||
Am Vermittlungspunkt versucht der Präsentator die Frage zu beantworten:
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||
Welche Vorteile gibt es für Sie?
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||
Bitte nicht den Würdigungspunkt auslassen oder überspringen zum Vermittlungs»
|
||
punkt, denn zuerst muss die im Würdigungspunkt der mentale Zustand der Zuhörer
|
||
ins Neutrale bewegt werden. Der Würdigungspunkt ist der Unterbrecherzustand
|
||
und setzt den Rahmen für den Vermittiungspunkt.
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||
Umgang mit Störungen und Angriffen
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Wenn Störungen und/oder Angriffe kommen, bitte nicht auf Zweikampf einlassen.
|
||
Es ist besser, die Gruppe/die Gruppenreaktion mit einzubeziehen. Meist ist die
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||
Gruppe auf der Seite des Präsentators.
|
||
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||
Auch hier auf nonverbale Signale seitens des Redners achten. Schnelle und flache
|
||
Atmung signalisiert Flucht. Also zuerst einmal tief durchatmenllll
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||
Übung,
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Es kommt zum Angriff. Treten Sie vom Präsentationsort weg, beantworten Sie die
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||
Frage oder den Angriff, nachdem Sie die Signale der Gruppe gedeutet und durch-
|
||
geatmet haben. Gehen Sie dann wieder zurück zum Präsentationsort.
|
||
|
||
Je nach Signal der Gruppe:
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E. Das ist eine gute Idee...
|
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Neg. Ja, das interessiert mich auch, aber lasen Sie uns später darüber
|
||
sprechen...
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||
Bitte sorgen Sie immer für sich selbst. Wenn Sie durchatmen und es Ihnen gut
|
||
geht, geht es der Gruppe automatisch auch gut.
|
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||
Sehen Sie die Situation von außen, lösen Sie sich von Ihren Gefühlen, versuchen
|
||
Sie neutral zu sein, damit der Angriff Sie nicht verletzen kann.
|
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. f Reden und Präsentieren Seite 28
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Wenn der Teilnehmer spricht, atmen Sie gut durch, bleiben Sie ruhig, schauen
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intelligent aus. Dann wird sich die Gruppe auch gut fühlen und auf Ihrer Seite sein.
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Sicherheit der Gruppe beim Angriff
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Eine der wichtigsten Bedingungen ist Sicherheit.
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Wie kann ich sie herstellen? Indem ich klar zeige, dass ich das Heft in der Hand
|
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habe, ohne dabei grob zu sein.
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Beispiel:
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Angriff" Wo haben Sie denn die Schuhe gekauft? Gruppe ist geschockt, Redner
|
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antwortet.
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Angriff geht weiter: Und wo waren Sie beim Friseur? Gruppe ist venn/irrt, Redner
|
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sagt, das diskutieren wir später.
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||
Angriff geht weiter: Wo haben Sie die Hose gekauft? Gruppe ist gegen den Angrei-
|
||
fer, ist ärgerlich.
|
||
|
||
habe ich das Einverständnis der Gruppe zu reagieren. Oft reicht nur ein Starren,
|
||
um den Teilnehmer zum Verstummen zu bringen, Oder ein schiefer Blick, Hende in
|
||
|
||
die Hosentaschen, atmen und wegtreten. Bitte dabei unbedingt non-verbal bleiben. O
|
||
|
||
Wichtig: Die Sicherheit der Gruppe ist in Gefahr, mein Vortrag ist in Gefahr, Nun U
|
||
|
||
Wenn der Abtausch vorüber ist, verlassen Sie den Platz, an dem Sie angegriffen
|
||
wurden und atmen Sie durch, Jetzt gehen Sie zurück auf den Prasentalionspunkt
|
||
und fahren fort, als hätte der Angriff nie stattgefunden.
|
||
|
||
Umlenken des Angriffes
|
||
|
||
Ich kann den Angriff auf eine andere Ebene bringen, indem ich eine Gegenfrage
|
||
stelle und den Angreifer gleichzehig würdige.
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||
Beispiel:
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„Ich bin ihnen sehr dankbar, dass Sie so engagiert sind. Jedoch ist mir nicht er-
|
||
sichtlich, was Sie erreichen wollen, wenn Sie den Punkt jetzt ansprechen?
|
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||
en und Prasentieren Seite 29
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||
PHASEN EINES ERFOLGREICHEN
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VORTRAGS
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Jeder erfolgreicher Vortrag umfasst die folgenden drei Phasen:
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1. Einleitung
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||
2. Hauptteil
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||
3. Abschluss
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||
Für die einzelnen bekannten Teile sollten Sie in etwa folgenden Zeitrahmen vorse-
|
||
hen:
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- Einleitung: 15%
|
||
- Hauptteil: 70%
|
||
- Abschluss: 15%
|
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|
||
1. Einleitung
|
||
|
||
Mit dem Einstieg gewinnt man die Aufmerksamkeit der Zuhörer und motiviert sie,
|
||
sich auf den Vortrag einzulassen. Diese Phase ist mit besonderer Sorgfalt zu ge-
|
||
stalten, da sonst die Gefahr besteht, dass ein Großteil des Publikums gleich von
|
||
Anfang unaufmerksam ist und „abschaltet“. Der Stellenwert der Einleitung wird
|
||
Ihnen bewusst, wenn Sie das didaktische Dreieck kennen.
|
||
|
||
|
||
|
||
QC]
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||
Adressat
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||
Inhalt
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||
Das didaktische Dreieck beschreibt die Erfolgsfaktoren fur den Vortrag. Sie dürfen
|
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nicht den Fehler vieler Redner machen, die sich nur auf den Inhalt ihres Referats
|
||
konzentrieren. Genauso wichtig ist, dass Sie eine positive Beziehung zu den Zuhö-
|
||
rern aufbauen.
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||
|
||
Nach dem didaktischem Dreieck gilt es, die drei Beziehungsebenen schon bei der
|
||
Einleitung eines Vortrags zu berücksichtigen.
|
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||
Reden und Praeentieren Seite 30
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||
Zum Thema hinfiihren 1
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Kontakt schaffen Sie durch:
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||
- Vorstellung der eigenen Person
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||
- Direkte Ansprache der Teilnehmer mit "Sie"
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||
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||
Interesse für den Stoff wecken Sie durch:
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||
|
||
- Anknüpfen an Bekanntes, z.B. einen Vorredner
|
||
|
||
- EnNähnen von Gemeinsamkeiten
|
||
|
||
- Bezug zu aktuellen Ereignissen
|
||
|
||
- Einbeziehung alltäglicher Erlebnisse
|
||
|
||
- Fallbeispiele
|
||
|
||
- Rhetorische Fragen ("haben Sie sich schon einmal Gedanken über
|
||
Ihre Altersversorgung gemacht?)
|
||
|
||
Zum Thema führen Sie hin durch:
|
||
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||
I Übersicht der wichtigsten Gliederungspunkie
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||
|
||
- Vorgabe eines Zeitplans
|
||
|
||
- Vereinbarung, ob Fragen gestellt werden dürfen
|
||
|
||
2. Hauptteil
|
||
|
||
Der Hauptteil gliedert sich in einen dreiphasigen Zyklus, der sich
|
||
mehrmals wiederholt.
|
||
|
||
verständlich, gegliedert, anschaulich
|
||
Informieren schrittweise, aufgelockert, mehrkanalig
|
||
|
||
rhetorische Fragen. Denkimpulse ("steilen
|
||
Aktivieren Sie such vor"), Beispiele, pers, Erlebnisse, Falle,
|
||
zum Handeln auffordern, Ansprache mit “Sie"
|
||
Fragen der Teilnehmer beantworten, Fragen
|
||
Rückkoppein zum Verständnis geilen
|
||
|
||
|
||
|
||
Dabei wird der Zweck verfolgt, den Zuhörer von seinem aktuellen Wissenstand
|
||
abzuholen und somit eine einheitliche Basis zu schaffen‘ Dadurch ist es erst mög-
|
||
Iich, dass die Zuhörer Ihnen folgen können, was Sie ihnen versuchen zu vermitteln.
|
||
In der Aktivierung geht es darum, das Publikum einzubeziehen, bzw, deren per—
|
||
sonliche Verbundenheit zu dem Thema herzustellen‘ Somit ist Ihnen die Aufmerk-
|
||
samkeit dieser sicher.
|
||
|
||
Reden un entieren Seite 31
|
||
1W
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||
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||
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||
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||
|
||
|
||
3. Abschluss
|
||
|
||
Der Schluss rundet eine Präsentation ab und haftet den Zuhörern im Gedächtnis,
|
||
er ist damit besonders wichtig für die „empfundene Qualität“. Mängel im Hauptteil
|
||
sind schnell vergessen, wenn durch den Schluss das Gefühl vermittelt wird, die
|
||
Präsentation sei logisch sinnvoll und inhaltlich stimmig abgeschlossen worden.
|
||
|
||
- Kündigen Sie den Schluss des Vortrags an: ”/ch kommejetzt zum Schluss."
|
||
|
||
- Fassen Sie die wichtigsten Punkte Ihres Vortrags nochmals zusammen.
|
||
|
||
- Zeigen Sie Handlungsperspektiven auf, blicken Sie in die Zukunft, richten Sie
|
||
einen Appell zum Handeln an Ihre Zuhörer
|
||
("Bitte überlegen Sie sich Verbessemngsrnöglichkeitenl’).
|
||
|
||
Schlagen Sie u.U. eine Brücke zur Diskussion
|
||
"Dazu gibt es sicher einige Fragen - wir haben 10 Minuten für die Diskussion
|
||
eingeplant. "
|
||
|
||
- Denken Sie aufjeden Fall an einen positiven Schlussklang. Um dies zu errei-
|
||
Chen, können Sie sich für die rege Mitarbeit oder die interessanten Fragen be-
|
||
danken, oder Sie bieten an, auch für weitere Fragen zur Verfügung zu stehen.
|
||
Bedenken Sie: Der letzte Eindruck ist der stärkste!
|
||
|
||
Vermeiden Sie unbedingt folgenden Schluss: "Danke — das war's”!
|
||
|
||
- Keine Kritik an das Publikum!
|
||
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||
Reden und Prasentieren Seite 32
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Checkliste: Worauf Sie bei einer Rede achten
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Haben Sie lhren Vortrag spannend, emotional, unterhaltsam usw.
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gestaltet?
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Haben Sie frei gesprochen, anstatt aus Ihrem Manuskript vorzulesen?
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Haben Sie darauf geachtet, sich einfach und verständlich auszudrücken?
|
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Haben Sie viele Verben anstatt vieler Hauptworter benutzt?
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Haben Sie komplizierte Hauptwortkonstrukte vermieden?
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Haben Sie Fachausdrücke nach Möglichkeit durch bildhafte
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Beschreibungen ersetzt’?
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Haben Sie Modewörter und Wovthülsen vermieden?
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Haben Sie sich konkret ausgedrückt und lhren Zuhörern eine
|
||
Handlungsanweisung zukommen lassen?
|
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||
Haben Sie Zahlen leicht verständlich dargelegt?
|
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Standen Sie aufrecht und locker mit erhobenem Kopf?
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Haben Sie den Körper frontal zu den Zuhörern gewandt?
|
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||
Haben Sie Blickkontakt zum Publikum gehalten?
|
||
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||
Haben Sie laut und deutlich sowie nicht zu schnell gesprochen’?
|
||
|
||
Haben Sie natürlich, freundlich und sympathisch gewirkt?
|
||
|
||
Haben Sie Pausen eingebaut, damit das Publikum besser folgen kann?
|
||
|
||
UULICICICICICILILILILIUEIEI
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||
v . l Reden und Prasentieren Seite 33
|
||
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PRÄSENTATIONSGESTALTUNG
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Präsentationsmittel
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Zur Durchführung einer Präsentation werden technische Hilfsmittel verwendet, um
|
||
das Anliegen dem Publikum näher zu bringen. Durch den Einsatz verschiedener
|
||
Medien, ist es dem Präsentator möglich, die rechte Gehirnhälfte der Zuhörer anzu-
|
||
|
||
sprechen. Die linke Gehirnhalfte ist für verbale Informationen zuständig. Siearbeitet
|
||
analytisch und logisch-exakt.
|
||
|
||
Die rechte Gehirnhälfte funktionien dagegen intuitiv und non—verbal.
|
||
Aktivieren Sie beide Gehirnhälften Ihrer Zuhörer, indem Sie neben
|
||
|
||
dem gesprochenen Wort, Bilder und Grafiken einsetzen.
|
||
Für die Visualisierung stehen Ihnen verschiedene Medien zur Verfügung.
|
||
Die wichtigsten sind in folgender Abb. aufgezeigt
|
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Der Einsatz von Präsentationsmitteln ist nützlich und auch gerechtfertigt, nur be-
|
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||
denken Sie:
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Es ist immer der Mensch, der überzeugt - niemals die Technik.
|
||
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Medium Vorteile Nachteile
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Tafel Einfache Handhabung, Kein Blickkontakt,
|
||
gut geeignet für Entwickiung keine Konservierung
|
||
von Gedanken des Geschriebenen
|
||
Overhead- Vorbereitung der Folien Technische Störungen
|
||
Proiektor möglich, kennen auftreten
|
||
Blickkontakt möglich
|
||
Metaplantafel Flexible Handhabung umständliche Konservierung
|
||
des Geschriebenen, hoher
|
||
Zeitbedarf nötig
|
||
Flipchart Vorbereitung mcgttch, Hoher Zeitbedarf, nur
|
||
gut geeignet für Entwicklung bei begrenzter Anzahl von
|
||
von Gedanken Teilnehmer, umständliche
|
||
Konservierung
|
||
Beamer Vtete Gestaltungsmöglichkeiten, Technische Siorungen
|
||
Vorbereitung möglich, gut geeignet können auftreten, fördert die
|
||
fur Entwicklung von Gedanken, Nludigken der Zuschauer
|
||
Video bzw. Toneinblendungen
|
||
mogtich
|
||
|
||
Trennen Sie sich von dem Gedanken, dass ein großes Maß an technischem Ein-
|
||
satz automatisch zu einer erfolgreichen Präsentation fuhrt. Oft ist genau das Ge-
|
||
genteil der FaII: Die Projektionen an der Wand stehen im Mittelpunkt der Aufmerk-
|
||
samkeit der Zuhörer, nicht Sie oder lhre Rede.
|
||
|
||
Wohl dosiert und korrekt angewendet, können sich Präsentationsmittel positiv auf
|
||
lhre Uberzeugungskrafi auswirken.
|
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||
Rede Prasenlieren Seite 34
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W
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Denken Sie daran:
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Weniger ist oft mehr!
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i r Reden und Präsentreren Seite 35
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PRÄSENTATIONSGESTALTUNG
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Folieneinsatz und -gestaltung
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Am häufigsten werden Präsentationen immer noch mit Hilfe von Folie unterstützt.
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Denken Sie wieder an einen Werbespot: Da sieht der Zuschauer entweder einen
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Text oder der Sprecher teilt die wichtigen Dinge mündlich mit. Nur ganz selten
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geschieht beides gleichzeitig.
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Das hat einen Grund: Diese Vorgehensweise verleiht Ihrem Vortrag Spannung.
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Alles andere erinnert an eine mittelmäßige Schulstunde. Stellen Sie sich vor, der
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Seminarleiter sagt: „Und jetzt schlagen bitte alle mal Seite 29 im Skript auf.“ An-
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schließend liest er die Seite laut vor und alle Teilnehmer lesen mit, Das ist nicht
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sonderlich spannend! Genau denselben Effekt erzielen Sie, wenn Sie die für alle
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sichtbare Folie vorlesen.
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Beachten Sie:
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Sie entwerten Ihre Aussagen. wenn Sie gleichzeitig den Folientext lesen. D
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Wenn Sie die Folie als Stichwortgeber benutzen und gleichzeitig zu den einzel-
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nen Stichwörtern frei referieren, dann wirkt des professionell. Achten Sie hierbei
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darauf, dass Sie Ihrem Publikum zusätzlich zu den Informationen auf der Folie
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noch neue und unbekannte Details verraten. Auf diese Weise erhalten Sie die
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Spannung! Keiner Ihrer Zuhörer weiß, was noch alles kommt.
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Je mehr Sinne bei der Aufnahme von Informationen beteiligt sind, desto besser
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bleiben sie im Gedächtnis haften. Als Beispiel wird gerne das Hören und gleichzei-
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tiges Sehen — sprich Lesen - von Informationen angeführt:
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Die rechte Gehirnhälfte speichert bildhafte Informationen beinahe mühelos, wah-
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rend die analytisch „denkende“ linke Hemisphäre abstrakte Informationen zunächst
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in fassbare, bildhafte umwandeln muss.
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Der Text auf den Folien spricht nicht die rechte Gehirnhalfte an, sondern die linke,
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weil er aus Buchstaben besteht, Buchstaben sind abstrakt; sie ergeben zunächst
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kein Bild und werden daher nicht von der rechten Hemisphare aufgenommen.
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Das bedeutet, dass die linke Gehirnhälfte Energie aufwenden muss, um diese
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Informationen in etwas Bildhaftes umzuwandeln.
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Der Trick mit dem Ansprechen eines zusätzlichen Sinnes funktioniert nur dann,
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wenn Sie ein entsprechendes Bild, ein Diagramm oder eine andere Grafik einblen-
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den, während Sie dazu reden. Auf diese Weise sprechen Sie tatsächlich zwei ver-
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schiedene Sinne an, Ihre Teilnehmer k0nnen sich die Inhalte besser merken.
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Am besten unterstützen Sie Ihre Aussagen durch gleichzeitiges Einblenden U
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einer entsprechenden Grafik. O
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f Reden und Prasentieren Seite 36
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Achten Sie auch darauf, Ihre Folien, Powerpoint-Präsentationen usw. so zu gestal-
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ten, dass Sie als Redner dabei nicht in den Hintergrund treten. Ihre Folien sollen
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sich niemals zu 100 % selbst erklären Ansonsten bleibt Ihnen tatsachlich nur
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noch, den jeweiligen Inhalt nochmal vorzulesen — und das schadet der Spannung!
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Stellen Sie sich vor, Sie möchten die folgende Information als Folie gestalten:
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„Von allen Informationen, die wir aus einem Gespräch entnehmen
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können, entfallen:
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7% auf den tatsächlichen Inhalt des Gesagten
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38% auf Stimmlage und Betonung
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55% auf Mimik, Gestik und Körpersprache“
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Schreiben Sie diese Informationen komplett auf die Folie, sind Sie als Redner em»
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behrlich geworden. Jeder liest die Folie und erhält sofort alle wichtigen Informatio-
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nen. Alles, was Ihnen jetzt noch bleibt, ist zu sagen: „Von allen Informationen, die
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wir aus einem Gespräch entnehmen können, entfallen 7%...“ usw.
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Das wird Ihr Publikum zu diesem Zeitpunkt nicht mehr interessieren, weil bereits
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jeder alles gelesen hat, bevor Sie überhaupt zum ersten Aufzählungszeichen ge-
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langen
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Viel besser ist es. wenn Sie die Folie folgendermaßen gestalten:
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Gesprächsinformationen
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7% Inhalt
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38% Sprachmelodie
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55% Körpersprache
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Das sind die gleichen Informationen, nur Ihr Publikum kann nicht auf den ersten
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Blick erkennen, um was es sich dabei handelt. Damit werden Sie als Redner bent)»
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tigt, um Licht ins Dunkel zu bringen: Die Spannung ist gerettet.
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Geben Sie nie alle Infonnationen auf einen Blick preisl
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Wenn Sie zu sprechen anfangen: „Von allen Informationen, die wir aus einem Ge-
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sp/äch entnehmen können, entfallen 7%..." usw., dann haben Ihre Zuhörer spätes-
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tens beim ersten Punki das System erkannt und können sich den Rest denken.
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Damit fehlt die Spannung.
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Gerade bei Folien mit Listen und Aufzählungen präsentieren Sie daher nur den
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ersten Punkt offen; den Rest decken Sie ab,
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Dann beginnen Sie zu reden:
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„ Von allen Informationen, die wir aus einem Gespräch entnehmen können,
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entfallen nur 7% auf den tatsächlichen Inhalt”
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||
Reden und Prasentieren Seite 37
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Machen Sie jetzt eine kurze Pause und decken Sie dann den nächsten Punkt auf,
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38% entfallen auf die Sprechmelodie, also Stimmlage und Betonung...”
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Wieder eine kurze Pause, dann den letzten Punkt aufdecken.
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die restlichen 55% entfallen auf die Körpersprache — die Mimik und
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Gestikl"
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Das wirkt! So werden Ihre Zuhorer bei jedem Punkt gespannt zuhören. was Sie
|
||
ihnen als nächstes präsentieren.
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Ähnliches gilt für bereits beschriftete Torten- oder Balkendiagramme. Solche Folien
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||
verraten den Teilnehmern auf den ersten Blick alle lnforrnationen. So können Sie
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sich das Reden gleich sparen.
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Präsentieren Sie eine Folie mit einer Tabelle oder Aufzählung, vermeiden Sie es
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alle Punkte detailliert voizulesen. Legen Sie stattdessen den Fokus auf besonders
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erwähnensweite Bereiche und erläutern Sie diese näher,
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Lassen Sie besser die Beschriftung, d. h. alle ZahIen— und Prozentwerte sowie die
|
||
entsprechenden Benennungen, einfach weg. Halten Sie dann wie gewohnt lhren
|
||
Vortrag und schreiben Sie im geeigneten Augenblick die nötigen Werte mit einem
|
||
Folienstift dazu. Das hat die gleiche Wirkung wie das schrittweise Aufdecken einer
|
||
Listenfolie, da zunachst niemand aus ihrem Publikum erkennen kann, worum es
|
||
geht und was als nächstes kommt.
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||
Alternativ können Sie auch mehrere Folien gestalten. Wenn Sie mit Ihrer Rede an
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||
den jeweiligen Punkt gelangen, vertauschen Sie die alte Folie einfach mit der neu-
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en, die mit den nächsten Beschriftungen des Diagramms versehen ist
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Schalten Sie den Projektor immer aus, wenn Sie ihn gerade nicht benötigenl
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Benutzen Sie Grafiken und Bilder dazu, eine wichtige Aussage zu unterstreichen
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Achten Sie auf jeden Fall darauf, den Projektor nicht schon vorher anzuschalten,
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||
Schalten Sie ihn erst in dem Augenblick an, wenn Sie dasjeweilige Schlüsselwort
|
||
aussprechen. Auch auf diese Weise erhalten Sie die Spannung, da Ihr Text und
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||
das entsprechende Bild zeitgleich bei Ihren Zuhörern ankommen.
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Für diesen Zweck eignet sich auch ein FIip-Chart hervorragend, Damit können Sie
|
||
entsprechende Schlüsselwörter schriftlich verdeutlichen Unterbrechen Sie Ihren
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Vortrag im geeigneten Augenblick. Machen Sie eine kurze Kunstpause, während
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||
Sie das Schlüsselwort auf den Papierbogen schreiben. Auf diese Weise erhalten
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Sie die Aufmerksamkeit und erstellen gleichzeitig - Schritt für Schritt — eine Liste
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der wichtigsten Aussagen.
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Reden und Pra
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8
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E
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PRÄSENTATIONSGESTALTUNG
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Das richtige Diagramm richtig verwenden
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Ein Diagramm sagt mehr als 1000 Worte. Das ist jedoch nur dann der Fall, wenn
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||
Sie auch das richtige Diagramm verwenden um Ihre Botschaft zu übermitteln.
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Wie in unten aufgeführter Grafik ersichtlich, eignen sich bestimmte Arten von Dia-
|
||
grammen besser, um eine bestimmte Botschaft zu verdeutlichen.
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So macht es beispielsweise wenig Sinn, die Verteilung einer Gesamtmasse mit
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||
Hilfe eines anderen Diagramms als dem Kreisdiagramm zu veranschaulichen.
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||
Durch Verwendung des richtigen Diagramms wird es Ihnen gelingen, das Augen-
|
||
merk Ihres Publikums auf die Kernaussage der Darstellung zu lenken. Zudem wird
|
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es den Zuhörern leichter fallen Ihnen folgen zu können. In folgender Tabelle sind
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die wichtigsten Arten von Diagrammen und deren Verwendungszweck zusammen-
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gefasst.
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P!an—\s!—/
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Objekte Istvlsb Häufigkeits- Korrelations-
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Vergleiche vergiegche Vergleiche Vergleiche
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Zeitreihe)
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IN‘
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Punkte Linien Säulen Balken Kreis
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Haben Sie das richtige Diagramm gewählt. liegt es an Ihnen, dieses zu Ihrem Vor-
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teil in Szene zu setzen.
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Dabei ist besonders wichtig, dass Sie dem Diagramm eine aussagekräftige Über-
|
||
schrift geben, die die Kernaussage wiederspiegelt. Die Skalierung, sowie die Be-
|
||
schriftung der X» und Y-Achsen sollte so gewählt werden, dass Ihr Publikum
|
||
schnell und einfach die Aussage der Darstellung verstehen kann,
|
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Um die gewollte Aussage Ihres Diagramms zu unterstreichen, können Sie die X-
|
||
bzw. Y-Achse strecken oder stauchen. Wie in folgender Grafik veranschaulicht,
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haben Sie so beispielsweise die Möglichkeit, ein Empfinden für optimistische Aus-
|
||
sichten, eine langsame oder eine rapide Steigerung, zu wecken.
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||
Reden und Prasentieren Seite 39
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Umsatzentwicklung .> optiminisnhe Ausdchixn Ummmmdun:
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s ——— ‚s rnpidesteigerung
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5
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Mh
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Gem‘nKO(s;ahIe
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Umsatzentwicklung -> langsamefiteigemug
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Mi.\.(
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1:579
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t 2 s 4
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s e 7 s s ‚ . .
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Gewnäfiuahre ‘*“"""‘ ""‘”
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||
Eine in der Praxis oft verwendete, jedoch häufig verpönte Methode die gewünschte
|
||
Aussage mit dem Diagramm zu erzeugen, ist der Beschnitt der Achsen.
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So wird beispielsweise der Beginn der Y»Skalierung nicht bei O, sondern viel höher
|
||
gewählt. Die aufgezeigten Veränderungen erscheinen somit viel höher, sind jedoch
|
||
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||
in Relation zur gesamten Masse eher marginal. U
|
||
Um bestehende Zusammenhänge zu verdeutlichen, bzw. die aufgezeigten Ergeb-
|
||
nisse besser oder schlechter darzustellen, wird häufig ein Teil der V-Achse ausge- o
|
||
schnitten. Bei folgendem Diagramm wurde die Y»Achse gekürzt und der Ursprung
|
||
versetzt‘ Somit wird der Eindruck begünstigt, dass sich die Umsätze bereits stark
|
||
angenähert haben, bzw. in geraumer Zukunft der Umsatz des Konkurrenten einge-
|
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holt ist.
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Umsatzentwicklung -> Y-Achse beschneiden
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l 2 3 4 5 E 7 8 9
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Geschiflskhra '’E‘5e“9' “"559
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||
-suumau Konkurrenz
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||
‚wenn Seite 40
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Farbliche Gestaltung der Folien
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Die farbliche Gestaltung beeinflusst uns unbewusst, jedoch nachweisbar, Die ver-
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wendeten Farben auf den Folien besitzen die Fähigkeit die dargestellten Inhalte zu
|
||
verstärken oder zu schwächen. Zudem beeinflussen sie entscheidenden die Stim-
|
||
mung und die Motivation der Zuschauer.
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||
Viele Präsentationen sind zu bunt. Für eine Folie sollten Sie nicht mehr als drei
|
||
verschiedene Farben venNenden. Je bunter eine Präsentation ist, desto weniger
|
||
ernst wird sie genommen. Der Vortragende verliert an Seriosität und Kompetenz,
|
||
denn bunte Folien wirken meist verspielt oder kindisch. Als Ausnahmen gilt hier,
|
||
wenn Sie eine solche Botschaft übermitteln wollen.
|
||
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||
Eine gelungene Farbkombination ist entscheidend. Die zuvor erwähnten drei
|
||
Farben sollten gut zusammen passen. Im besten Fall venNenden Sie eine domi-
|
||
nante Hauptfarbe, eine Nebenfarbe und einen kleinen Anteil an Kontrastfarbe.
|
||
Dabei sollten Sie unbedingt darauf achten, dass sich Haupt- und Nebenfarbe ähn»
|
||
Iich sind. Diese beiden werden mit einer dritten Farbe kombiniert, die sich von den
|
||
anderen beiden Farben stark unterscheidet. Versäumen Sie eine solche Kombina—
|
||
tion, besteht die Gefahr, dass Ablehnung oder Langeweile bei den Betrachtern
|
||
erzeugt wird.
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||
Die psychologische Wirkung der Hintergrundfarbe dominiert die gesamte Präsen-
|
||
tation. Sie füllt die größte Fläche aus und gibt die weiteren Farben, wie beispiels-
|
||
weise für Texte, Textfelder, Diagramme etc., vor. Empfehlenswert sind helle und
|
||
weiche Hintergründe, denn diese halten wach, während dunkle ein vorzeitiges
|
||
Ermüden der Zuschauer hervorrufen können.
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Rot ist die Farbe der Hervorhebung und Betonung für das Wesentliche. Venrven-
|
||
den Sie diese Farbe nicht inflationär und nicht als Hintergrundfarbe. Durch zu viel
|
||
Rot in Präsentationen wird das Publikum angriffslustig und die Farbe verliert ihre
|
||
unterstützende Wirkung.
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|
||
Die richtige Farbe kann essentiell beeinflussen. Je nachdem, zu welchem Thema
|
||
|
||
«s sie referieren, müssen Sie die farbliche Gestaltung Ihrer Folien anpassen. Für heik-
|
||
le Themen mit Konfliktpotential eignen sich harmonische Ton in Ton Farbkombina-
|
||
tionen um Spannungen zu vermeiden. Hier eignen sich besonders Blau-Töne,
|
||
denn diese wirken beruhigend und erleichtern den Weg zurück auf die Sachebene.
|
||
Harmonische Farbkombinationen werden genauso angenehm wie harmonische
|
||
Melodien empfunden. Kontrastreiche Kombinationen sind zwar aktivierender, aber
|
||
gehen dafür auch schneller aufdie Nerven. Aus diesem Grund, sollten Sie folgen»
|
||
de Verbindungen vermeiden: Rot und Blau; Rot und Grün; Schwarz und Gelb;
|
||
Schwarz und Rot.
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Aus der nachfolgenden Tabelle können Sie die wichtigsten Farben mit ihrer jeweili-
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gen Wirkungsweise entnehmen.
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lnd Prasentleren Seite 41
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Kleines Farblexikon
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Rot
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Emotionale Slgnalfarbe. bei großen Fiachen für Augen
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schwer zu verarbeiten, Frauen reagieren gut au! biaurot,
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Männer bevorzugen gelbrot
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Blau
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Löst einen beruhigenden Effekt aus. vermitteit Sicherheit
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Gelb
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Bester Aulmerksamkeitserreger
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Grün
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Wirkt positiv und beruhigend
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Orange
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Erscheint dem Betrachter „biliig“
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Pastelltöne
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Vermittetn ein Willkommensgefflhl
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Gold, Silber
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Stehen für Anspruch und höchste Qualität
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Schwarz
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Signalistert Stärke und Kompetenz
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Weiß
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Repräsentien Ehrlichkeit und Reinheit
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Checklists: Für einen erfolgreichen Folienvortrag
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Haben Sie nur Stichworte und keine Sätze auf die Folien geschrieben?
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Haben Sie eine ausreichend große Schrift benutzt?
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Haben Sie pro Folie nur 5 bis maximal 10 Zeilen Text?
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Haben Sie Grafiken, Bilder und Diagramme benutzt, um Ihre Botschaft zu
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übermitteln?
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Haben Sie das richtige Diagramm richtig verwendet?
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Haben Sie eine gelungene Farbkombination für Ihre Folien benutzt?
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Haben Sie nur die oberen zwei Drittel der Folie benutzt?
|
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Haben Sie gleiche Aussagen mit der gleichen Farbe gekennzeichnet?
|
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Ist Ihre Präsentation nicht zu bunt gestaltet?
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CIEICILIUUULILI
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||
Reden und Prasentieren Seite 43
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||
NONVERBALE KOMMUNIKATION
|
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||
Das Geheimnis der Wirkung -
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oder warum der Inhalt nur zweitrangig ist
|
||
„Deine Miene verrät alles, was du l/erheimlichst."
|
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||
Lucius Annaeus Seneca, T 65 n. Chr.
|
||
|
||
Nonverbale Kommunikation ist jenerTeiI derzwischenmenschlichen Kommuni-
|
||
kation, der nichtsprachlich erfolgt. Der Begriff umfasst zudem die Kommunikation
|
||
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zwischen Mensch und Tier. Nonverbale Kommunikation kann absichtlich unab-
|
||
sichtlich erfolgen.
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||
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||
Die Deutschen gelten als Vorbild. was Leistung, fachliche Kompetenz und Quali-
|
||
tätsbewusstsein betrifft. Doch herrscht gerade in Baug auf Prasentation und Rhe-
|
||
torik ein großer Trugschluss.
|
||
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||
Nicht der Inhalt ist der ausschlaggebende Faktor dafür, ob wir jemanden für kom-
|
||
petent halten — sondern vielmehr Körpersprache, Mimik Gestik und die Stimme.
|
||
Also nicht das „Was“ ist das was überzeugt, sondern das „Wie“,
|
||
|
||
Stellen Sie sich vor. Martin Luther King hatte in seiner großartigen Rede mit Hilfe
|
||
einer Power Point Präsentation die „Gleichstellung aller Menschen unabhängig
|
||
von der Hautfarbe gefordert.
|
||
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||
Stattdessen rief er „l have a dream!“ und traf seine Zuhörer damit mitten ins Herz,
|
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|
||
Bereits 1872 wies Charles Darwin in seinem Buch “Der Ausdruck der Gefühle bei
|
||
Mensch und Tier” auf die Bedeutung der Körpersprache. Eine Inspiration für die
|
||
moderne Erforschung von Mimik und Körpersprache.
|
||
|
||
Eine bis heute wegweisende Erkenntnis der menschlichen Kommunikation ist eine
|
||
Studie, die 1971 erschien Darin zeigt der Psychologe Albert Mehrabian, dass der
|
||
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||
Großteil unserer Wirkung durch unsre Körpersprache bestimmt wird und nur ein
|
||
marginaler Anteil durch den Inhalt den wir von uns geben
|
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||
Wäre dann nicht eine globale Verstandigung mit Körpersprache und Stimmeinsatz
|
||
ohne Fremdsprachen-Kenntnisse zumindest weitgehend möglich?
|
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||
Würde es nicht auch bei Babys oder Haustieren klappen, nur auf Grund der Kor-
|
||
persprache und Stimme zu verstehen. worum es geht?
|
||
|
||
Ja und Nein, Das Beispiel der Haustiere zeigt: bei genauer Beobachtung gelingt es
|
||
tatsächlich in vielen Fällen exakt zu verstehen, was „gesagt“ wird. Und auch im
|
||
Ausland gelingt es manchen Menschen sich zu verständigen, ohne die Sprache zu
|
||
sprechen.
|
||
|
||
Das essentielle Ergebnis der 1971 veröffentlichten Studie war, dass Menschen in
|
||
der Lage sind, eine Inkongruenz (=Nicht'Libereinstimrnung von Fremd- und Eigen-
|
||
bild) anderer sofort zu erkennen,
|
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||
Reden und Pra ren S te 44
|
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Inkongruenz zeigt oft Unsicherheit an oder einen grundlegenden inneren Konflikt
|
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einer Person.
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Je authentischeriemand ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit von Inkon-
|
||
gruenz, Wird der Prasentator als kongruent empfunden, steigen die Glaubwürdig-
|
||
keit, das Vertrauen sowie die Aufmerksamkeit des Publikums. Grundsätzlich ver-
|
||
weisen Körpersignale auf die mentale und die emotionale Entsprechung einer
|
||
Handlung oder Aussage: „What you think is what you get and what you feel is what
|
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you show“.
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Versuchen Sie nie jemand zu sein. der Sie nicht sindl Seien Sie offen und zeigen
|
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Sie, wer Sie sind. Die besten Resultate werden Sie erzielen, wenn Sie Sie selbst
|
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bleiben. Haben Sie Vertrauen darin, dass die richtigen Leute den Weg in Ihrem
|
||
Vortrag finden. Die meisten Teilnehmer freuen sich, Sie als spontanen, spieleri-
|
||
schen und energievollen Menschen kennen zu lernen. Seien Sie Sie selbst. Dann
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sind Sie authentisch. Das Publikum hat ein sehr genaues Gespür dafür, wenn Sie
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||
nicht authentisch sind.
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Aufhentisch werden Sie mit Hilfe unserer Instrumente:
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- Persönliches = Authentizität
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Erzählen Sie von sich. Nichts ist spannender als lhre ganz eigenen Erfahrungen
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und Erlebnisse, das Sie mit dem Thema verbindet.
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- Vorbereitung = Souveränität
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Bereiten Sie sich gut vor — Ein Fernsehmoderator nutzt in einem Interview gerade
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mal 5% seiner zuvor recherchierten Informationen.
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I Anker = Sicherheit
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||
Haben Sie Ihren Anker gefunden? Dieses Bild hilft Ihnen, quasi auf Knopfdruck zu
|
||
‚s entspannen und das auch auszustrahlen.
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||
Reden und Prasentreren Seite 45
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Übung macht den Meister!
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Wenn Sie die Tipps und Hinweise der Ietzen Abschnitte bei Ihrer Präsentation be-
|
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herzigen, wird Ihnen Ihr Publikum bis zum Schluss seine Aufmerksamkeit widmen
|
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und sich darüber hinaus noch einen Großteil Ihrer Ausführungen einprägen.
|
||
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||
Sie werden etwas Übung benötigen, um diese Techniken in jeder Situation souve-
|
||
ran umsetzen zu können, Deshalb betrachten Sie Ihre Präsentation nicht als abge-
|
||
schlossenes Ereignis, sondern machen Sie sich anschließend die Mühe, Ihre Leis-
|
||
lung kritisch auf Verbesserungsmöglichkeiten zu überprüfen.
|
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Vielleicht waren Sie und lhr Publikum mit Ihrer Präsentation auch vollständig zu-
|
||
frieden. Herzlichen Glückwunsch! Meistens ist es jedoch so, dass Ihnen der eine
|
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oder andere Punkt auffällt, den Sie in Zukunft verbessern können.
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Hierfür gehen Sie dieses Einfiihrungsthema noch einmal durch und kontrollieren
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A anhand der angebotenen Checklisten, welche Punkte Sie im Eifer des Gefechts
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vielleicht vergessen haben oder was Sie beim nächsten Mal noch besser machen
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können.
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Auf der folgenden Seite finden Sie einen Fragenkatalog, der Ihnen bei der Optimie-
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rung lhrer Fähigkeiten hilft.
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Reden und Prasentieren Seite 46
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Checkliste: Fragenkatalog zur Optimierung Ihrer Fähigkeiten
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Haben Sie Ihr Ziel erreicht? Wenn nein, woran kann es gelegen haben? Wie kan-
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nen Sie in Zukunft daran etwas ändern?
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Haben Sie bei Ihrer Vorbereitung alle körperlichen und geistigen Aspekte beachtet,
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um Ihre Aufregung positiv zu kanalisieren (siehe Checkliste: Vl/ie Sie ihre Aufre-
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gung positiv kanelisieren)? Wenn nein, weiche Tipps können sich für Sie beim
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nächsten Mal eventuell noch als wertvoll erweisen’?
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Haben Sie die Regeln des energielosen Redens beachtet? Bei welchen Punkten
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hatten Sie mit der Umsetzung Schwierigkeiten? Wie können Sie diese überwin-
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den?
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Haben Sie sich bei wichtigen Punkten möglichst bildhaft ausgedrückt? Was ist
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Ihnen dabei besonders leicht gefallen, was besonders schwer?
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Haben Sie Ihre Präseniationsmittel effektiv und spannend eingesetzt? Haben Sie
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bei der Gestaltung von Folien und anderen Hilfsmitteln darauf geachtet, dass Sie
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als Redner immer von oberster Priorität sind? Gibt es zusätzliche Möglichkeiten,
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wie Sie die Aufmerksamkeit Ihres Publikums in Zukunft noch erhöhen können?
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Reden und Präsenlieren S
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Bewertungskriterien
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Damit Sie die Qualität lhrer sowie anderer Präsentationen und Vorträge beurteilen
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können, ist beispielhaft ein Bewenungskatalog beigefügt.
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Kriterien weniger gut -- - o + ++ sehr gut
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Haltung unsicher sicher
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Blickkontakt keiner sehr gut
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Gestik gehemmt ungezwungen
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Mimik verkrampft entspannt
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Pausen keine angemessen
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Sprachtempo zu schnell sehr gut
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Artikulation 2 unverständlich öggxgäälich
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Modulation monoton sehr lebendig
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Vortragsweise abgelesen frei formuliert
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Einfachheit komplizieri jzztgrfinich
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Gliederung/Ordnung ungegliedert Zzghgggn
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Kürze/Prägnanz abschweifend Wersearifiche
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(Zv”iZi‘§.'iL°i2?JQ3§e9””9 ‘ms- "°°ke" ?§§§§:}”"°“' ‘me’
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Medieneinsau zu wenig, zu viel ::rgne1n—1he::':n
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Stoffbeherrschung mangelhaft sehr gut
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Zeiteinhaltung mangelhaft sehr gut
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Egagrmonung von unqualifiziert sehr qualifiziert
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TAGES-CLEARING
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Was war heute für mich besonders wichtig?
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Welche Punkte will ich ab morgen unmittelbar in meiner Arbeit anwenden?
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Wir bedanken uns bei der Firma TrainPIan und Herrn René Augslen für die
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Mitarbeit an diesem Skript.
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Reden und Prasentieren Seite 49
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